#12 Exzellenz im Fokus: Prof. Dr. Arne Zerbst, Präsident Muthesius Kunsthochschule
Shownotes
In dieser Folge ist Prof. Dr. Arne Zerbst zu Gast. Er ist Präsident der Muthesius Kunsthochschule, Sprecher der Kunsthochschulenkonferenz und seit Neuestem auch Ehrenprofessor des Landes Schleswig-Holstein.
Im Gespräch mit Co-Host Max Hoffmeister geht es um die zentrale Frage, ob es so etwas wie eine „künstlerische Exzellenz“ gibt. Daran knüpfen weitere Themen an: die Rolle kleiner, spezialisierter Kunsthochschulen, die Zusammenarbeit von Muthesius und CAU sowie die Exzellenzstrategie von Bund und Ländern mit ihren Chancen und Grenzen. Natürlich wird es auch wieder politisch: Es geht um die Grundfinanzierung von Hochschulen, um wachsenden politischen Druck und die Frage, wie sich offene Diskursräume bewahren lassen. Und mittendrin darf unsere schöne Landeshauptstadt Kiel nicht vergessen werden – und warum der Standort mehr Aufbruch verspricht, als man vielleicht auf den ersten Blick denken mag.
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00:00:01:
00:00:08: Moin und herzlich willkommen zur zwölften Folge des Podcasts Exzellenz im Fokus, die CAU auf Kurs zur Spitzenuniversität.
00:00:15: In diesem Podcast begleiten wir die Bewerbung der CAU zu Exzellenz-Universität.
00:00:19: Dazu kommen wir ins Gespräch mit Lehrenden, Studierenden und Politikerinnen – immer mit der Frage im Hinterkopf: Was bedeutet Exzellenz für Sie?
00:00:27: Zu Gast in dieser Folge ist Professor Dr.
00:00:29: Arne Zerbst, Präsident der Mautisius Kunsthochschule, Sprecher der Kunsthochschulenkonferenz und seit dem neuesten auch Ehrenprofessor des Landes Schleswig-Holstein.
00:00:37: Im Gespräch mit meinem Co-host Max geht es um die zentrale Frage – gibt es so etwas wie eine künstlerische Exzellenz?
00:00:43: Daran knüpfen weitere Themen an!
00:00:45: Die Rolle kleiner, spezialisierter Kunsthochschulen.
00:00:48: Die Zusammenarbeit von Mauthesius und CAU sowie die Exzellenztrategie vom Bund und Ländern mit ihren Chancen und Grenzen.
00:00:54: Es wird außerdem natürlich auch wieder politisch!
00:00:56: Es geht um die Grundfinanzierung von Hochschulen, um wachsenden politischen Druck und die Frage, wie sich offene Diskursräume bewahren lassen – und mittendrin nicht zu vergessen unsere schöne Landeshauptstadt Kiel und warum der Standort mehr Aufbruch verspricht als man vielleicht auf den ersten Blick denken mag.
00:01:11: Viel Spaß beim Zuhören!
00:01:13: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Exzellenz im Fokus.
00:01:17: Ich bin Maximilian Hofmeister, mir gegenüber sitzt gerade Arne Zerbst der Präsident der Mutesios Kunsthochschule Kiel und darüber hinaus auch noch Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz ist aber ich glaube besser als das ich sie hier vorstelle können Sie sich eigentlich selber vorstellen.
00:01:32: deswegen übergebe ich Ihnen mal das Wort.
00:01:34: vielen Dank dass Sie heute da sind
00:01:36: ja ich freue mich auch dazu sein.
00:01:39: Arne Zerbst in Braunschweig geboren, Philosophie studiert mit den Nebenfächern Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft.
00:01:45: Immer ein sehr großes Faible für alle Fragen der Ästhetik gehabt eben auch das was tatsächlich Kunst selber ausmacht und Gestaltung Und Berufsstationen haben mich dann nach München geführt an die Bayerische Akademie der Wissenschaften und dann eben hierher, nach Kiel als Präsident der Muthesius.
00:02:05: Was ich auch tatsächlich schon seit Zweitausend und vierzehn bin.
00:02:08: Ja, seit
00:02:08: Zweitausend und Vierzehnten.
00:02:09: damit sind Sie wenn nicht mehr der dienstälteste Hochschulpräsident in ganz Schleswig-Holstein?
00:02:14: Und das wurde ja jüngst geehrt mit einer Ehrenprofessur des Landes Schleswig-Holtstein.
00:02:18: also erstmal herzlichen Glückwunsch dazu.
00:02:20: was Macht das jetzt für Sie konkret aus?
00:02:23: Ja, vielen Dank.
00:02:24: Also ich wurde nicht dafür geehrt, dass sich einfach nur lange im Amt war.
00:02:29: Das Wichtige, was in einer wirklich sehr schönen Veranstaltung mit unserem Ministerpräsidenten Daniel Günther zur Sprache kam, ist einfach ein starkes Engagement für Kultur, für Kunst und Kultur in Schleswig-Holstein.
00:02:43: Das, was mich daran besonders freut ist natürlich einmal die persönliche Auszeichnung.
00:02:47: Aber es geht ja darüber hinaus.
00:02:49: Es ist auch eine Auszeichnung für die Muthesius und es ist eben auch eine Auszeichnung Und das ist, glaube ich in Zeiten wie den unseren sehr wichtig, wenn extreme Parteien versuchen über den Begriff der kulturellen Hegemonie Einzug zu halten genau auf dieses Gebiet, und ich stehe einfach sehr deutlich dafür, dass wir eine offene und vielfältige Kultur haben.
00:03:15: Das gilt es im Moment tatsächlich zu verteidigen.
00:03:18: Sie setzen
00:03:19: sich ja auch hochschulpolitisch deutschlandweit ein, einerseits in der Hochschulrektorenkonferenz und andererseits in den Kunsthochschulenkonferenzen.
00:03:26: Was bedeutet das eigentlich so?
00:03:27: Was machen Sie da, was sind ihre Aufgaben?
00:03:29: Also es sind erstmal zwei verschiebene Felder... Die Kollegin hat mal ganz witzig gesagt, dass die Kunsthochschulen-Konferenz so eine Mischung aus Klub und Selbsthilfegruppe ist.
00:03:39: Und das ist natürlich auch ganz schön!
00:03:41: Also es gibt fünfundzwanzig Kunsthochschulen in Deutschland.
00:03:45: Das heißt wir sind alle relativ klein selbst.
00:03:48: Die große UDK in Berlin wäre als Universität immer noch eine kleine Institution oder ist eine Universität, die aber eine kleine institution ist?
00:03:58: Das heißt, wir haben alle diesen sehr starken Fokus auf Kunst.
00:04:03: Manchmal eben auch noch auf Design, manchmal auch auf Film und das macht uns natürlich von vornherein zu einer sehr spezialisierten und sehr fokussierten Institution.
00:04:14: Der andere Vorteil ist, dass wir kleine Strukturen haben, mit denen wir reagieren können und die Schwierigkeit in der politischen Reaktion ist natürlich, dass wir auch sehr sehr spezifische Ansprüche haben Und insofern ist das ganz wichtig, dass wir uns da austauschen.
00:04:31: Dass wir einen Austausch haben auch über Probleme.
00:04:35: also es ist zwar nicht schön, aber Kunsthochschulen sind in der letzten Zeit ja auch durch Ich sage mal antisemitische Diskurse oder teilweise auch tatsächlich eher durch die Anwürfe, dort sei viel Antisemitismus in die Schlagzeilen gekommen.
00:04:52: Und das ist dann natürlich gerade für die Kolleginnen und Kollegen, die davon betroffen sind – auch eine starke politische Belastung.
00:05:00: Das ist vielleicht das was man generell sagen kann, was uns Kunsthochschulen besonders trifft, was aber auch Institutionen, die im Fokus sind sehr trifft, dass der Druck auf die Hochschulen und speziell auf die Hochschulleitung immer größer geworden ist.
00:05:15: Also, das sehr einfach aus politischen Gründen bestimmte Dinge gefordert werden, wo man nur verlieren kann.
00:05:22: Also denken Sie an das was an der FU in Berlin passiert ist, der Kollege Ziegler.
00:05:28: Auf der einen Seite sollte er pro palästinensische Camp sofort räumen, auf der anderen Seite sollte ein offenes Kurs ermöglichen.
00:05:37: da beide Seiten sehr extreme Ansichten hatten, ist das nicht vernünftig gelungen und dafür ist es eben tatsächlich wichtig dass man sich zusammen tut.
00:05:46: Und sagt wir Hochschulen stehen keinesfalls für welche Art auch immer von Extremismus und von Diskriminierung und natürlich auch vehement gegen Antisemitismus.
00:05:59: Gleichzeitig sind wir aber, solange diese roten Linien nicht überschritten sind offene Diskursräume in denen man sich natürlich über auch problematische aktuelle Gegebenheiten unterhalten können
00:06:12: muss.".
00:06:14: Ja das finde ich ein sehr starkes Statement.
00:06:16: Sehr wichtig auch dass Sie sich dafür so einsetzen und ich glaube die Lösung für solche Probleme im Diskurs dann gefunden werden muss letztendlich.
00:06:24: Aber heute wollen wir ja auch über die Stadt Kiel reden und vielleicht wieder ein bisschen weg von der Bundespolitik, mehr auf unser schönes Kiel gucken.
00:06:32: Sie sind ja seit Jahrzehnten hier haben sie gerade selber gesagt als Präsident der Muthesius Kunsthochschule.
00:06:39: das macht sie in meinen Augen gewissermaßen zu einem Wahlkieler.
00:06:42: was finden sie denn an Kiel besonders schön?
00:06:44: Was verbindet sich mit der Stadt Kiehl?
00:06:46: Ja, im Sommersemester kann man das extrem gut sagen.
00:06:49: Im Wintersemester fällt es manchmal etwas schwer wenn Seitenregen herrscht aber ich gucke gerade aus dem Fenster in einem total schönen blauen Himmel über den Campus der CAU.
00:07:03: Das ist tatsächlich diese Nähe zum Meer.
00:07:05: also da leben und arbeiten wo andere Leute Urlaub machen Ein bisschen abgewetzt der Spruch, aber es stimmt halt trotzdem.
00:07:13: Man kann in ein paar Minuten mit dem Auto oder ein paar mehr Minuten mit einem Fahrrad eben tatsächlich am Strand sein und ich finde die Atmosphäre ist auch etwas was sich sehr positiv also eben auch in die Stadt zieht.
00:07:26: Also dadurch dass wir die Förder haben Die Kiellinie gerade jetzt im Sommersemester merkt man einfach eine ganz tolle Aufbruchsstimmung.
00:07:35: Das ist genau das was wir brauchen für gelingende Exzellenzinitiative.
00:07:39: Als nächstes möchte ich mit Ihnen gerne Ihre Muthesius Kunsthochschule beleuchten, was ist eigentlich so der Kontrast zwischen der CAU und der Muthesius Kunsthochschule?
00:07:49: Wie ergänzen sich die beiden Hochschulen vielleicht auch im Ökosystem der Kieler-Hochschulen und Bildungsmöglichkeiten?
00:07:57: Mögen Sie dazu vielleicht ein paar Worte sagen?
00:07:59: Ja genau also wir sind einfach deutlich kleiner, deutlich jünger aber Die Zusammenarbeit ist insofern relativ gut und einfach, um mal ein Beispiel zu nennen über die Exzellenzcluster.
00:08:12: Schon lange haben wir eine gute Tradition mit dem PMI also den was man allgemein als Exzellenzcluster für Entzündungsforschung nennen kann.
00:08:21: das ist jetzt sozusagen ja auch wieder eine Kooperation.
00:08:25: davor waren wir auch mit Future Ocean mit der Meeresforschungen Eng verbunden, das hat leider ja nicht geklappt mit einem weiteren Exzellenzcluster-Antrag in diesem Bereich.
00:08:37: Und ich glaube wir passen da so gut zusammen weil und das meine ich schon sehr ernst Wir als Muthesius uns verstehen als Exzellenzcluster für Kunst und Design.
00:08:48: also anders als eine Volluniversität CAU sind wir schon an sich sehr spezialisiert und haben einen sehr starken Fokus.
00:08:58: Und meiner Meinung nach ist es nicht sinnvoll Kunst oder Design irgendwie mittelmäßig zu machen, sondern es ist nur sinnvoll wenn wir das auf dem höchsten aller denkbaren Niveaus tun.
00:09:09: Die
00:09:09: Kunst trägt die Kunsthochschule ja gewissermaßen im Namen aber sie sprachen es gerade auch schon an.
00:09:13: da gehört noch viel mehr dazu Design und auch wenn es sehr spezialisiert ist haben Sie ja auch vielfältige Betätigungsfelder.
00:09:20: Würden Sie da vielleicht noch mal was sagen, was die Muthesius Kunsthochschule so im Angebot hat?
00:09:24: Ja genau.
00:09:25: Wir haben tatsächlich vier reguläre und grundständige Studiengänge.
00:09:29: das ist einmal die freie Kunst mit dem Bereich Kunst auf Lehramt auch ganz wichtig um diese Ideen sozusagen an eine nächste Generation weiterzugeben.
00:09:40: dann kommt dazu das Industriedesign eben auch mit sehr spezialisierten Mastern wie Medical Design und Interface-Design.
00:09:48: Wir haben ein großes Kommunikationsdesign, auch das.
00:09:52: vielleicht einen ganz kurzer Hinweis.
00:09:54: Wenn man Kommunikationdesign hört weiß man vielleicht noch nicht genau was gemeint ist.
00:09:59: wenn man Typografie hört denkt man an Blei-Lettern und dass es vielleicht ein bisschen langweilig ist.
00:10:03: dann machen sie sich aber klar wo Sie jetzt raufgucken auf Ihren Computer wo wir alle täglich mehrfach drauf gucken immer sobald Schrift im Spiel ist eben auch auf digitalen Endgeräten ist es Typografie und die kann man gut oder schlecht lesen, die vermittelt bestimmte Gefühle- und Grundeinstellungen.
00:10:22: Und an solchen Dingen durchaus auch als ästhetische Grundlagenforschung sind dort die Kolleginnen und Kollegen am Werk.
00:10:31: Dann haben wir noch die Raumstrategien, also ein spezielles Nachdenken über Verortungen im Raum.
00:10:38: Das führt dann eben dazu dass man über Stadtgestaltung nochmal neu nachdenkt.
00:10:43: Ein großes Projekt gab es hier beispielsweise zum MFG-V Gelände.
00:10:47: Das ist nun dadurch, dass das Militär auf dieses Gelände zugreifen wird leider nicht mehr aktuell aber das war auch eine schöne Zusammenarbeit mit der Stadt.
00:10:56: Sie haben gerade gesagt, dass es nur Sinn ergibt Kunst dann zu betreiben wenn es nach einem exzellenten Niveau strebt.
00:11:03: Gibt es denn in Ihren Augen so etwas wie Exzellente Kunst oder exzellentes Design?
00:11:08: Ja, das gibt es auf jeden Fall.
00:11:10: Im Design kann man sich vielleicht noch schneller darüber einigen aber auch in der Kunst... gibt es natürlich Kriterien, die liegen halt nicht wie beim Hundert Meter Lauf auf der Hand.
00:11:20: Dass man sagt wer's am schnellsten schafft ist am ersten da sondern wir haben tatsächlich so etwas wie ästhetische Urteilskraft, die ganz wichtig ist.
00:11:29: vielleicht beschreibt das in aller Kürze am besten dass wenn man eine Erfahrung mit ästhetischen Phänomen gesammelt hat Einigt man sich extrem schnell mit Kolleginnen und Kollegen zum Beispiel in Jury, darauf was vielleicht doch der beste Entwurf die beste Kunst ist.
00:11:48: Aber natürlich ist das also Kunst, es wäre jetzt extrem viel zu sagen.
00:11:52: Das ist glaube ich nicht der Ort aber natürlich hängt das an einer Kunstgeschichte, an aktuellen politischen Fragestellungen, an einem Kunstmarkt.
00:12:01: und trotzdem wird man sagen doch Es gibt Dinge die einfach viele Leute, die von der Sache etwas verstehen begeistern
00:12:08: Und mit der vielfältigen Expertise an der Muthesius Kunsthochschule gestalten sie wie Sie eben auch schon sagten aktiv in Kiel und Umgebung mit.
00:12:15: Was sind das denn noch so für Projekte?
00:12:17: konkret sehen kann, vielleicht auch in der Wissenschaftskommunikation.
00:12:21: Genau!
00:12:21: In der Wissenschafts- kommunikation ist es eine ganz enge Zusammenarbeit wo wir ein eigenes Gebiet tatsächlich auch haben für Wissenschaftskommunikation.
00:12:32: Da gab es das interaktive Wissenschaftsposter, das ist sozusagen geradezu legendär.
00:12:37: mittlerweile haben wir alle Touchscreens.
00:12:40: aber das war eben etwas was aus der Zusammenarbeit mit Future Ocean entstanden ist.
00:12:45: von uns also es ist vor allen Dingen unser Professor Tom Duscher der sich auf diesem Gebet wirklich große Meriten verdient hat und auch weiterhin auf einem ganz hohen Niveau Wissenschaftskommunikation betreibt und eben auch aktuell mit der CAU zusammenarbeitet.
00:13:02: Da sind wir auch schon beim nächsten Thema Zusammenarbeit zwischen der Muthesius Kunsthochschule und der CAU.
00:13:06: zu Kiel, was halten Sie dann persönlich von der Exzellenzinitiative?
00:13:11: Wie würde vielleicht auch die Muthesius Kunsthochschule von einem gelingenden Exzellenzinitiative der CAU profitieren?
00:13:16: Vielleicht erstmal der Blick von etwas weiter weg also Hochschulpolitik im Land.
00:13:22: Natürlich wäre das großartig, wenn die CAU diesen Titel Exzellenz Universität gewinnt.
00:13:30: auf uns alle abstrahlt.
00:13:32: Also, Auf Uns Alle heißt auf alle Hochschulen in Schleswig-Holstein und ich sage mal so die Landeshochschulkonferenz ist so stark wie sozusagen ihr stärkstes Mitglied.
00:13:43: und das heißt wenn wir als stärkste und größte Institution auch noch mit diesem Exzellenztitel die CAU arbeiten könnte dann würde das natürlich auch ausstrahlen.
00:13:54: Das andere ist natürlich, dass dann viel mehr Kooperationsprojekte möglich sind.
00:13:59: Also ich glaube wir sind als Muthesius und CAU eben einmal aus der schon erwähnten Tradition der Zusammenarbeit aber auch aus den Möglichkeiten Horizonten die sich noch ergeben sehr eng beieinander mit einem Anspruch wirklich Exzellenz nach vorne zu bringen.
00:14:16: Ich sage mal das ist halt der Unterschied zwischen einer grundständigen Bildung und eine Ausbildung.
00:14:21: Also es geht nicht darum, dass wir Dinge die es schon gibt noch mal besonders gut machen.
00:14:27: Das ist auch wichtig für ein Land gar keine Frage.
00:14:30: aber das was mich viel stärker interessiert wie wir neue Erkenntnisse gewinnen also neue Fragestellungen auch wirklich neu nachdenken und eingetretene Fade verlassen.
00:14:43: Eingetretene Fade sind immer super, weil sie fester sind als sich durch den Dschungel zu kämpfen.
00:14:48: aber richtig spannend wird es eben im Dschungel.
00:14:50: Und dieser Dschungel wird ja ein Stück weit auch durch Strategie... In Ordnung versetzt, würde ich jetzt mal sagen.
00:14:57: Unter anderem die Exzellenztrategie des Bundes und der Länder Und Sie als deutschlandweit vernetzter Hochschulrektor haben da ja vielleicht auch nochmal einen anderen Blick darauf Als ich als Student.
00:15:08: Was halten Sie persönlich von dieser Exzellenzstrategie in Ihren Grundzügen?
00:15:13: Die Grundzüge sind auf der einen Seite richtig gut Dass man sagt Man möchte das Hochschulsystem zur Fokussierung zur Selbstfokussierung stärken.
00:15:24: Die Frage ist, ob wir auf dem richtigen Weg sind.
00:15:27: denn also ich habe jetzt gerade wieder von den Kolleginnen und Kollegen aus dem Präsidium der HRK die sich eben auch mit ihren Universitäten teilweise bewerben gehört wie anstrengend und wie aufreibend dieses Projekt ist.
00:15:42: das heißt Aber nicht alle nur gewinnen.
00:15:45: Natürlich ist es immer gut, man hat eine Strategie oder wenigstens eine Taktik und entwirft dann etwas.
00:15:51: Gleichzeitig ist aber auch so das natürlich der Frust schon ziemlich stark ist wenn Kolleginnen und Kollegen verlieren.
00:15:57: Und da muss man natürlich einmal vorbeugen dass man dann nicht frustriert ist sondern bestimmte Dinge trotzdem umsetzt.
00:16:04: Da könnte ich mir vorstellen, dass man im Bund sich noch mal Gedanken macht wie verteilt man denn Geld sinnvoll?
00:16:12: Und wie gesagt, ich finde es schon gut zu sagen man hat eine Grundstrategie.
00:16:17: Aber ich glaube das ist wahnsinnig.
00:16:20: wichtig ist dass wir neben Ideen weder Exzellenztrategie uns deutlich machen dass die wichtigste Ressource in Deutschland Wissen und Erkenntnis einer zukünftigen Generation ist.
00:16:33: und für diese offene Zukunft zu arbeiten sollte damit anfangen dass wir uns klarmachen Wir wollen Geld in die Grundfinanzierung der Hochschulen bringen und deutlich mehr.
00:16:46: Wir sind im Moment an einem Punkt, wo über fünfzig Prozent eines Jahrgangs studieren.
00:16:51: Und wenn wir so viele Studierende haben und das ernst nehmen was ich gut und sinnvoll finde dann müssen wir dieses System auch besser finanzieren.
00:16:59: Ich glaube wir täten überall nicht nur in Schleswig-Holstein sehr gut daran die GrundFinanzierung zu stärken und gleichzeitig aber zu sehen dass wir da eine Strategie haben.
00:17:11: Also niemand braucht in einem kleinen Bundesland mehrere Angebote von Fächern, die an mehreren Orten nicht nachgefragt werden.
00:17:18: also da müssen wir uns einfach mal ehrlich machen und sagen okay zu Priorisierungen gehören auch immer Posteriorisierung und das muss man dann vielleicht auch aussprechen.
00:17:28: einfacher gesagt wenn man Geld hat mit dem mit der Gießkanne rüber geht und keins mehr hat und dann den Rasenmäher anschmeißt, dann hat man halt überall einen mittelmäßig hohen Rasen.
00:17:41: Wenn man aber sagt, vielleicht sind einige Rasenstücke so dass wir die ja nicht mehr beackern und andere aber so das wir da mehr machen wollen dann ist es eben auch eine Entscheidung die für das Gesamtbild des Landschaftsgartens auch gut sein können.
00:17:54: Das
00:17:54: ist ein spannender Vergleich!
00:17:55: So habe ich da noch nicht darüber nachgedacht, aber ich würde gerne die Herausforderungen der Hochschulen mit ihnen im Blick behalten.
00:18:01: wo sehen sie aktuell vielleicht auch deutschlandweit die größten Herausforderung von Hochschul?
00:18:06: Es ist im Grunde schon ein bisschen das, was ich gerade eben gesagt habe.
00:18:10: Ich glaube es wird wichtig sein dass wir die Exzellenzinitiative in Zukunft so aufstellen, dass man nicht mehr so viel negative Nebeneffekte hat ohne dass wir die Positiven auslassen und es wird auch darauf ankommen, dass wir eine ordentliche Grundfinanzierung haben.
00:18:28: Und uns dabei einfach als System ehrlich machen – also eine ehrliche systemische Betrachtung der Gesamtsituation.
00:18:36: das man eben sagen kann hier sind besondere Stärken, hier ist eine besondere Nachfrage Hier wollen wir etwas ausbauen.
00:18:43: und wo man dann vielleicht mal sagen muss hier ist ein Standort, hier is'n Fach was man so nicht sinnvoll halten kann.
00:18:51: Wichtig dabei ist aber meines Erachtens, dass man solche Strukturen nicht abschafft ohne das man sich klar macht, dass sie dann weg sind.
00:18:59: Strukture an Hochschulen werden über lange Zeit mit sehr viel Geld aufgebaut.
00:19:04: Dann einfach Studiengänge zu streichen – die Berliner Kolleginnen und Kollegen sind da gerade kurz davor – halte ich für Brandgefährlich.
00:19:12: Also man muss dann wirklich sagen, okay das ist eine Sache die wir wirklich auch in Zukunft nicht mehr gebrauchen können und das kann man eben wahnsinnig schwer abschätzen.
00:19:22: Das werden wir hier in ein paar Minuten nicht klären.
00:19:25: ich will eher abstrakt allgemein dafür plädieren dass man solche Struktur-Begutachtungen dann auch wirklich ernst nimmt und sich anschaut und es sozusagen nicht sein kann, dass man wichtige Bereiche nicht mehr unterfüttert und auf Dauer nicht mehr finanzieren kann.
00:19:43: Und andere Bereiche vielleicht auch einsparen können, also anders formuliert sparen muss nicht nur und von vornherein super schlecht sein.
00:19:52: es gibt sicherlich auch Bereiche ein bisschen mehr Schlankheit zu Mehrwendigkeit führt.
00:19:58: Was ja Hochschulpolitisch auch noch besonders spannend ist, ist ja dass in Schleswig-Holzschein und Nordrhein-Westfalen sich der sogenannte leere Abiturjahrgang nähert wo wieder von G acht auf G neun umgestellt wird.
00:20:11: das wird einige Hochschulen ja treffen und auch in der Hochschulfinanzierung wahrscheinlich spürbar werden.
00:20:17: Wie ist das so aus Sicht eines Hochschulleiters einer kleineren Hochschule wie der Muthesius Kunsthochschule?
00:20:22: Wie betrifft sie das, wird sowas zum Problem?
00:20:25: Spüren Sie sowas?
00:20:26: Also für uns es tatsächlich... so dass wir da keine große Angst vorhaben, also auch wir werden das dann natürlich sehen.
00:20:34: Aber zum einen kommen unsere Studierenden eher aus ganz Deutschland und dem Ausland als aus Kiel und Schleswig-Holstein.
00:20:42: Also es ist tatsächlich so, dass wir mehr Studierende haben die außerhalb Schleswich Holsteins ihre Wurzeln haben.
00:20:48: Und gleichzeitig – und das ist vielleicht auch ein ganz wichtiger Punkt bei uns künstlerischen Hochschulen, das gilt eben für die Musikhochschulen dass wir als Kunsthochschule unsere Studierenden sehr aussuchen, also sehr vergleichbar mit der Medizin.
00:21:03: Man bereicht berühmtberüchtigte Mappe ein und wird dann eingeladen noch mal vor Ort zu zeigen was man kann und hat dann möglicherweise in der dritten Stufe auch noch Gespräche mit den Professorinnen und Professoren.
00:21:17: Und was sich erst einmal hart und elitär anhört ist eigentlich das Gegenteil.
00:21:22: ich finde es nämlich gut Und anständig ehrlich gesagt, dass wir als Hochschule eine Rückmeldung an die Studierenden geben.
00:21:29: Hey!
00:21:29: Ihr habt da wirklich einen Talent.
00:21:31: Baut das aus?
00:21:32: Wir haben dann sogar noch die Besonderheit, dass wird dadurch und es ist gar kein geringer prozentueller Anteil Personen aufnehmen können, die keinen Abitur haben weil sie eben wirklich großartige künstlerische Begabungen haben.
00:21:47: Auf der anderen Seite ist es so, dass überhaupt keine Schwierigkeiten mit Studien abbrechern haben.
00:21:51: also tatsächlich was, was ich immer auch den großen Institutionen empfehle als kleine Institution zu sagen.
00:21:59: Natürlich kostet das wahnsinnig viele Ressourcen sehr aufwändig so ein Auswahlprozess.
00:22:04: aber es gibt ein ehrliches Feedback und man kann dann eben auch wirklich sagen wir haben sozusagen diese Auswahl und da wir Kunsthochschulen zumindest bis jetzt immer noch mehr Bewerbungen auf einen Studiengang haben als wir Studienplätze haben sehe Ihre Frage zurückzukommen, keine großen Schwierigkeiten.
00:22:25: Dass wir dann eben auch unsere Studienplätze
00:22:28: füllen.".
00:22:29: Ja spannend!
00:22:29: Das ist auf jeden Fall nochmal eine Stelle wo wir uns vielleicht was abgucken können?
00:22:32: Ich finde das auch... cool, dass es quasi einerseits selektiert auf der anderen Seite aber auch eine ganz andere Art von Inklusion ermöglicht weil man eben Dinge besonders ins Auge fassen kann die sonst gar keine Berücksichtigung finden.
00:22:46: Welche Visionen haben sie denn für eine noch stärkere Zusammenarbeit oder noch mehr Kooperation zwischen der CAU Kiel und der Muthesius Kunsthochschule in sagen wir mal den nächsten zehn Jahren?
00:22:57: Also ich wünsche mir tatsächlich, dass wir noch stärker zusammenarbeiten.
00:23:01: Dass wir vielleicht auch mehr Austausch haben der erstmal sehr frei ist zwischen Studierenden zwischen Personen die gerade fertig geworden sind dass man glaube ich tatsächlich mehr diese Leute Leute zusammenbringen.
00:23:16: Das würde ich gerne noch stärker machen und da sind wir immer im jeweils eigenen Hamsterrad sehr unterwegs alles abzuarbeiten, aber es braucht gar nicht so viel dass wir nochmal eine Scharnierfunktion zusätzlich schaffen.
00:23:29: das merke ich immer sofort in allen Gesprächen mit Vertreterinnen und Vertretern der CAU.
00:23:35: das ist da ganz viele Potenziale gibt und insofern wünsche ich mir einfach in zehn Jahren Hochschulstandort Kiel gibt, der dadurch dann eben auch die Hochschullandschaft Schleswig-Holstein weiter als Leuchtturm voran bringt.
00:23:54: Und während die Exzellenzinitiative der CAU Kiel sich weiterentwickelt und weiter voranschreitet, gibt es vielleicht einige Punkte, die die Uni jetzt schon exzellent machen.
00:24:03: Deshalb würde ich Sie einmal bitten für uns den Satz zu vervollständigen – Die CAU ist exzELLENT weil!
00:24:14: Vielen Dank!
00:24:15: Das war's tatsächlich auch schon mit unserer heutigen Folge.
00:24:17: Ich bedanke mich bei Ihnen, Herr Zerbst für Ihre Zeit und die Einblicke, die Sie uns in Ihrer Arbeit gewährt haben.
00:24:23: Danke Ihnen allen.
00:24:24: unseren Zuhörerinnen und Zuhörern wünsche ich einen wunderschönen Tag und bis zur nächsten Folge von Exzellenz im Fokus!
00:24:30: Das war Exzellenz Im Fokus – die CAU auf Kurs zu Spitzenuniversität ein Podcast der Christian Albrechts-Universität zu Kiel in Kooperation mit dem Campus Radio Kiel.
00:24:44: Moderiert hat die heutige Folge Maximilian Hofmeister in der Redaktion Aria Avevor,
00:24:51: Lina Welz
00:24:52: und Jonas
00:24:53: Richter.
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