# 11 Exzellenz im Fokus: Prof. Dr. Tobias Hochscherf, Vizepräsident HAW Kiel
Shownotes
Für die 11. Folge hat sich Co-Hostin Lina mit Prof. Tobias Hochscherf, Vizepräsident für Forschung und Transfer sowie Professor für Audiovisuelle Medien von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Kiel, getroffen. Für die Hörerinnen und Hörer von uns, denen die HAW Kiel kein geläufiger Name ist, sorgen Lina und Professor Hochscherf für Aufklärung.
In dieser Folge wird es so spannend, dass sogar unsere Lina, die absolut im Game der Grundlagenforschung zu Hause ist, zu neuen Erkenntnissen über angewandte Wissenschaft kommt. Unter anderem geht es auch darum, wie Wissenschaftspolitik, Wirtschaftspolitik und Gesellschaftspolitik aufeinander aufbauen. Aber keine Sorge: Es geht nicht nur um Politik, sondern auch um Leuchttürme, Züge, Batterien und darum, warum Professor Hochscherf nach einer prägenden Zeit im Ausland dennoch nach Kiel zurückgekehrt ist, obwohl Kiel nach seiner Aussage eigentlich keine Sailing City ist.
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00:00:01: Exzellenz
00:00:01: im Fokus.
00:00:03: Die CAU auf Kurs zur Spitzenuniversität.
00:00:08: Moin und herzlich willkommen zur elften Folge des Podcasts Exzellenz im Fokus, die CAU auf Kurs zur Spitzen Universität.
00:00:15: In diesem Podcast begleiten wir die Bewerbung der CAU zu Exzellenz-Universität – dazu kommen wir ins Gespräch mit Lehrenden, Studierenden und Politikerinnen immer mit der Frage im Hinterkopf was bedeutet Exzelenz für sie?
00:00:26: Für die elfte Folge hat sich Kohostin Lina mit Professor Tobias Hochschärf, Vizepräsident für Forschung und Transfer sowie Professor für audiovisuelle Medien von der HAWK getroffen.
00:00:36: Für die Hörer und Hörerin von uns, denen HAW-Kiel kein geläufiger Name ist, sorgen Lina & Professor Hochschrift für eine umfassende Aufklärung.
00:00:44: In dieser Folge wird es so spannend dass sogar unsere Lina –die absolut im Game der Grundlagenforschung zu Hause– zur neuen Erkenntnisten über angewandte Wissenschaft kommt!
00:00:53: Und wie Wissenschaftspolitik, Wirtschaftspolitika und Gesellschaftspolitiker aufeinander aufbauen.
00:00:58: Aber keine Sorge!
00:00:59: Es geht nicht nur um Politik sondern auch um Leuchttürme, Züge, Batterien – und warum Professor Hofschiff nach einer prägenen Zeit im Ausland dennoch nach Kiel zurückgekehrt ist – obwohl Kiel eigentlich keine Sailing-City ist.
00:01:11: Am Ende dieser Folge werdet ihr euch in einem Kreislauf von Kooperation und Verzahnung wiederfinden die für eine Exzellenz essentiell sind.
00:01:17: Viel Spaß
00:01:19: Herzlich willkommen bei Exzellenz im Fokus.
00:01:21: Unserem Podcast hat die Bewerbung der CAU zur Exzelenzuniversität begleitet.
00:01:25: Wir haben heute als Gast Herrn Prof.
00:01:27: Dr.
00:01:27: Tobias Hochschaff bei uns im Studio.
00:01:29: Vielen, vielen Dank dass Sie sich die Zeit genommen haben hier heute vorbeizukommen.
00:01:32: Ja, vielen dank für die Einladung!
00:01:34: Sehr gerne.
00:01:35: mein Name ist Dina Welts und ich würde sie Militär einmal bitten sich vorzustellen.
00:01:39: Genau also erstmal freue mich natürlich wieder hier zu sein wie er hier heißt.
00:01:42: Ich habe hier auch mal irgendwann studiert.
00:01:44: ich bin selbst Absolvent der Uni Kiel.
00:01:47: Ja, jetzt drüben an der HAW-Kiel.
00:01:50: Die ist so heiß seit einigen Wochen die alte Fachhochschule Kiel und dort bin ich eigentlich Professor für Audiovisuelle Medien.
00:01:59: also alles was man hören kann alles was sich bewegt das heißt unter anderem auch mit zuständig fürs Campus Radio Campus TV die gesamte Ausbildung von Bewegbildelementen vom TikTok bis Kino.
00:02:10: Vor allem für die Kreativwirtschaft bilden wir viel aus.
00:02:13: Das heißt, man kann bei uns studieren Film, Radio, Fernsehen, Social Media und so weiter.
00:02:19: Management.
00:02:20: aber ich bin hier wahrscheinlich nicht um über meine Medientätigkeit zu sprechen oder über meine medienhistorische Forschung sondern weil ich Vizepräsident unter anderem bin für Forschung und Transfer Aber auch international ist und da haben wir ganz viele Berührungspunkte zur Christian-Arbeitsuniversität.
00:02:36: Vielen Dank!
00:02:36: Da würde ich direkt ganz gerne einmal einhaken, weil vielleicht viele unserer Hörer gar nicht so ganz genau wissen was eigentlich der Unterschied zwischen Universität und ehemals FH jetzt HAW ist?
00:02:47: Vielleicht könnten sie uns da alle einmal abholen dass wir auf dem gleichen Stand sind.
00:02:51: Genau, also die Abschlüsse sind gleichwertig aber andersartig.
00:02:55: Vielleicht kann man das so zusammenfassen an der Universität gibt es eine ganze Reihe von Fächern, die man studieren kann weil es ein Forschungsthese der Rat gibt.
00:03:05: Also es gibt bestimmte Forschungslücken, die möchte man auffüllen.
00:03:08: Die sind wichtig für gesellschaftliche Themen.
00:03:11: An einer HAW ist es erstmal so dass wir nur Studiengänge anbieten wo auch ein signifikanter Arbeitskraftmangel Herrsch.
00:03:19: das heißt es muss irgendwie ein arbeitskräfte Bedarf geben in der Wirtschaft dann dürfen wir einen Studiengang anbieten.
00:03:25: Deshalb haben wir den Arbeitsmarkt sehr stark im Blick.
00:03:28: und historisch natürlich gibt es bestimmte Fächer, bestimmte Fachrichtungen die nur an Universitäten gibt also ganz klassisch Jura zum Beispiel Theologie das Lehramt usw.. An einer HAW ist das Ganze sehr, sehr praxisorientiert.
00:03:43: Es gibt eigentlich keine einzige Lehrveranstaltung ohne Praxispartner.
00:03:49: Das heißt Unternehmen aber auch Verbände Parteien und so weiter kommt zu uns gehen in ein Seminar eine Vorlesung in einen Modul und sagen wir haben Praxisproblemen Und wir arbeiten daran diese Praxis Probleme die Unternehmen oder wer auch immer hat zu lösen.
00:04:05: Und das bedeutet auch der Name HAW, Hochschulverangewandte Wissenschaften.
00:04:09: Alles was wir machen ist zwar teilweise auch Theorie geleitet aber immer mit dem Ziel ein Praxisproblem zu lösen und an der Universität spielt Grundlagenforschung eine viel größere Rolle.
00:04:21: Das heißt Dinge zu entwickeln wo man sich noch gar nicht unbedingt sicher ist welchen Anwendungsbezug es mal geben kann.
00:04:28: Das ist sozusagen grundsätzlich der Unterschied.
00:04:32: Aber natürlich gibt es auch ganz große Überschneidungen zwischen den Hochschultypen.
00:04:36: Früher war's so, dass man an Hochschulen für angewandte Wissenschaften keine Promotion ablegen konnte.
00:04:41: Das geht mittlerweile über das Promotionskollekt Schleswig-Holstein.
00:04:45: Ein wichtiger Unterschied vielleicht auch zwischen Universitäten und Hochschule für angewandte Wissenschaft ist wie man an die Hochschullen überhaupt berufen wird.
00:04:53: mit einer Professur An einer Universität wird man ohne exzellente Forschung und vor allem Publikation so gut wie nie berufen werden können.
00:05:03: Bei uns ist das noch ein bisschen anders, bei uns zählt zwar auch die Promotion und bei uns auch dass die Promotion überdurchschnittlich sein muss aber ein wichtiges zusätzliches Kriterium ist, dass man fünf Jahre lang berufstätig gewesen sein muss davon drei Jahre außerhalb von einer Hochschule und dadurch ist sichergestellt, dass bei uns alle Professorinnen und Professoren das Berufsleben kennen und nicht ausschließlich in Forschung und Transfertätigkeiten für Hochschulen tätig waren.
00:05:34: Genau es gibt sehr große Überschneidungen auch, aber ich glaube der Praxisbezug und die Grundlagenforschung sind Unterschiede und an der Universität spielt natürlich deswegen Forschung grundsätzlich eine große Rolle also Publikationen Wo wird publiziert, wie wird publiziert?
00:05:50: Wer liest das Ganze?
00:05:51: und so weiter.
00:05:52: Bei uns spielt es eher eine Rolle für wen hat man Transferprojekte initiiert?
00:05:57: was hat das für Folgen?
00:05:58: kann man die vielleicht nutzen.
00:06:00: Prototypen Erstellung ist bei uns zum Beispiel ein ganz ganz wichtiges Thema.
00:06:04: zwei Fragen dazu zunächst bedeutet dass dann im Umkehrschluss quasi auch sich das Spektrum an Studiengängen oder einfach Bereichen die sie anbieten dann eben auch also dass das den gesellschaftlichen wandelt irgendwie Abbildet, also ein höherer Durchlauf.
00:06:20: Da ist was das Studienangebot angeht als im Vergleich zu CDU beispielsweise wo vielleicht die Studienfächer recht stark über die Jahre immer so sind und auch so bleiben?
00:06:28: Ja oder nein!
00:06:29: Also ich glaube es gibt Fakultäten an der Universität wo es Studienangebote gibt, die gab's schon sehr lange.
00:06:35: Also Lehramtsstudiengänge zum Beispiel, die sich ja nicht alle drei vier Jahre ändern... Das ist halt schon so.
00:06:42: Das bedeutet nicht, dass die Inhalte da sind.
00:06:44: also das würde ich auch nie jemandem unterstellen.
00:06:47: Ich glaube, dass an einer Universität einige Studiengänge zwar inhaltlich immer auf dem neuesten Stand sind Aber grundsätzlich von der Art was man dort studieren kann als ein Theologie-Studium Ist zwar inhaltlich natürlich etwas anderes aber trotzdem ist der Studiengang sehr ähnlich zu dem Was man vielleicht früher gemacht hat.
00:07:04: Bei uns ist es so wenn bestimmte Jobs wegfallen Die gibt's nicht mehr Dann können wir da auch keinen Schwinggang mehr anbieten und wenn bestimmte Dinge neu dazukommen, bieten wir in der Regel auch sehr schnell neue Studiengänge an.
00:07:16: Ich glaube, da kann man nicht sagen wie eine Hochschultyp macht das so oder andere.
00:07:19: so weil wir ja auch zum Beispiel gemeinsame Studiengange anbieten auch in innovativen Bereichen z.B.
00:07:25: Batterietechnik Wo wir jetzt gerade mit der Universität Kiel einen gemeinsamen Masterstudiengang anbieten werden, weil wir zum Beispiel das Fachchemie bei uns gar nicht abbilden können.
00:07:35: Das ist hier sehr stark.
00:07:37: Wir aber z.B.
00:07:38: dem Bereich IT-Ladeinfrastruktur Diagnostik relativ gut sind und da macht es einfach Sinn zum Beispiel auch zusammenzuarbeiten.
00:07:47: Das war mir ehrlicherweise nicht bewusst.
00:07:48: Deswegen habe ich da so nachgehakt, weil das vielleicht auch für Schüler, Schülerinnen die sich etwas interessieren was es so als Studiengang jetzt noch gar nicht gibt.
00:07:56: Perspektivisch vielleicht doch auch entstehen könnte und dass einfach was ist finde ich, was man im Hinterkopf haben sollte.
00:08:01: zur Umbenennung.
00:08:03: Die zweite Frage, die mir gerade durch den Kopf schoßt Es ist jetzt über ein Deutschland, sodass Fachhochschulen zu HWs werden?
00:08:08: Und das ist was, was für den Standort Kiel spezifisch ist.
00:08:11: Nein also ich glaube grundsätzlich in Deutschland verschwindet der Name Fachhochschule der ja auch aus einer ganz anderen Zeit kommt, aus den späten sechziger Jahren als dieser Hochschultyp etabliert wurde.
00:08:20: Es gibt bundesweit nur noch eine Handvoll von Fachhochschulen, echten Fachhochschulen.
00:08:26: in vielen Bundesländern gibt es die gar nicht mehr und die heißen jetzt entweder technische Hochschule sehr häufig wie zum Beispiel in Lübeck oder Hochschulle ganz einfach wie z.B.
00:08:36: in Flensburg oder eben Hochschulen für angewandte Wissenschaften oder kurz HAW, wie es in Hamburg oder Kiel jetzt der Fall ist.
00:08:44: Und wir haben uns umbenannt aus zwei Gründen eigentlich.
00:08:47: Es gab noch eine ganze Reihe von Gründen, das wurde in der Hochschule auch breit diskutiert.
00:08:52: Der erste Grund ist wenn Studieninteressierte aus Bundesländern kommen, in denen es keine Fachhochschulen mehr gibt wissen sie überhaupt dann wer wir sind?
00:09:00: oder denken Sie Wir sind irgendeine Fachschule und stellen dann Fragen ob das gleichwertig ist?
00:09:06: Das Studium Ob das anerkannt ist.
00:09:08: kann man damit ein Master auch an der Uni machen?
00:09:10: und solche fragen Und den Fragen wollten wir einfach von vornherein aus dem Weg gehen und sagen, naja wenn in einigen oder vielen Bundesländern es Fachhochschulen nicht mehr gibt wollen wir vielleicht so auch nicht mehr heißen weil wir aus diesen Bundesländer durchaus Studierende kriegen.
00:09:25: Der zweite Grund ist als die Fachhochschulen gegründet wurden ging's nur darum Fachkräfte auszubilden das heißt der klare Schwerpunkt war auf der Lehre.
00:09:34: Im Laufe der neunziger- und frühen zweitausender Jahre hat unser Hochschultyp Auch Aufgaben in der angewandten Forschung zum Beispiel und im Transfer bekommen.
00:09:44: Und deshalb glauben wir, dass der alte Name, der nur ein Hochschultyp kennzeichnet wo die Lehre alleine im Mittelpunkt steht vielleicht nicht mehr ganz so zeitgemäß ist wie Hochschule für angewandte Wissenschaften weil natürlich gute Lehre, Forschung und Transfer eigentlich auch zusammengehören.
00:09:59: Jemand der gute Forschung macht im Anwendungsbereich wird auch gute Lehren machen können wenn man einfach aktueller ist und jemand der Transferprojekte macht weiß auch viel mehr wie es dann später im Arbeitsmarkt zugeht.
00:10:10: Wenn wir ein bisschen mehr auf Interaktion zwischen CO und HAW eingehen, insbesondere auch im Hinblick auf die nächsten Fragen, die sich gleich anschließen werden zum Prozess der Bewerbungsexzellenzuniversität.
00:10:19: Wie können wir uns die Interaktionen im Alltag so vorstellen?
00:10:22: Gibt es gibt es mehr Wettbewerb, gibt das mehr Kooperationen?
00:10:25: wie ist das Gleichgewicht?
00:10:26: also grundsätzlich gibt es natürlich auch Wett bewerbt.
00:10:29: wenn ich zB mir anschaue Professorin die besetzt werden aber auch Studierende, wo sollen die studieren?
00:10:37: Da gibt es schon durchaus auch Wettbewerb.
00:10:39: Aber und das ist etwas was sich in den letzten Jahren immer stärker gezeigt hat wir profitieren unglaublich von einer engen Kooperation weil man muss sich das so vorstellen... ...die Grundlagenforschung.
00:10:51: ohne Grundlagen Forschung gibt es auch keine angewandte Forschung.
00:10:54: Das heißt wenn ich nicht neue Materialien, neue Erkenntnisse, neue Theorien usw.
00:10:59: gewinne kann ich die überhaupt nicht anwenden.
00:11:02: Das heißt, eigentlich ist es so ganze wie eine Art Kreislauf.
00:11:05: Es gibt Grundlagenforschung.
00:11:07: die kommt in der Regel aus einer Universität wie zum Beispiel der Christian Albrechts-Universität.
00:11:12: Wir greifen diese Grundlagen Forschung sehr häufig in anwendungsorientierten Projekten auf entwickeln gemeinsam mit Unternehmen vielleicht Anwendungsbeispiele Prototypen und so weiter.
00:11:23: Diese Beispiele werden von der Industrie wiederum genutzt, um Geschäftsmodelle zu entwickeln.
00:11:28: Diese Geschäfts-Modelle schaffen Arbeitsplätze und zahlen Steuern das Hochschulen finanziert werden können.
00:11:33: Und dann geht der Kreislauf von vorne los.
00:11:36: es gibt Grundlagenforschung usw.
00:11:40: stärkt eine Region und weit darüber hinaus auch die Wirtschaft, aber auch die Gesellschaft natürlich.
00:11:45: Es geht ja nicht nur um Geschäftsmodelle es geht auch um gesellschaftliche Entwicklung.
00:11:50: wie gehe ich mit Klimawandel um?
00:11:52: Mit einer älter werdenden Gesellschaft und ohne Grundlagenforschung haben wir kaum Anwendungsbezugschancen.
00:11:57: deshalb ist die Erkenntnis gereift dass wir eng kooperieren sollten.
00:12:01: das machen wir ganz konkret in Forschungsprojekten das machen Wir in Studiengängen Das machen wir konkret durch Austauschstreffen Hochschulleitungsebene.
00:12:10: Wir haben regelmäßig, also ich mit meinem Pendant Eckhardt-Quandt und Axel Koch zum Beispiel wir haben regelmäßige Geophics-Termine wo wir besprechen wollen.
00:12:18: Wir gemeinsam mal Anträge stellen Drittmittel Anträge Forschungsprojekte machen und diese Kooperation ist äußerst fruchtbar und in den letzten Jahren sind da tatsächlich sehr enge Partnerschaften entstanden.
00:12:30: Basierend
00:12:30: darauf wie können wir uns ihre Beteiligung an der Bewerbung oder die Bewerbungsprozess sagen wir so zur Exzellenz Universität vorstellen?
00:12:38: Konkret antragsberechtigt, wenn ich das richtig verstanden habe ist die AW ja in diesem Fall nicht.
00:12:42: Aber kann mir gut vorstellen wir sind auf dem was Sie gerade gesagt haben dass sie beteiligt waren an der Bewerbung?
00:12:47: Genau also antragsperechtigt sind nur Universitäten.
00:12:49: das heißt es gibt auch einen klaren Forschungsbezug.
00:12:53: eine Universität die antragssberechtig ist und dann auch erfolgreich sein will muss nachweisen dass die exzellente Forschung macht ... und auch vor allem exzellente Grundlagenforschung.
00:13:03: Insofern sind HABs da nicht angesprochen, aber... Und das ist wichtig.
00:13:08: Exzellente Forschung heißt nicht,... ...dass sich jemand in einem Labor oder in einer Bibliothek vergräbt... ...und dann für sich alleine etwas tut, sondern in der Regel natürlich auch mit kritischen Freunden..., ...mit Netzwerken usw.
00:13:22: Ich glaube dass wir einen Beitrag leisten können indem wir unsere Netzwerke unserer Expertise,... ...auch unsere kritischen Fragen mit reinbringen können!
00:13:30: Ich glaube auch, dass wir als Hochschulverangewandte Wissenschaften nachweisen können wie eng eigentlich die Kooperation zwischen Hochschulen Wirtschaft und Gesellschaft ist.
00:13:40: Also gerade der Bereich Transfer da kennen wir uns sehr lange aus.
00:13:44: das sind wir sehr lange unterwegs gewesen.
00:13:46: Die Universität hat andere Kontakte als wir aber gemeinsam haben wir natürlich ein sehr engmaschiges Netzwerk an Kooperationen die für so einen Antrag ganz wichtig sind weil ein Antrag der von wenigen getragen wird auch nie so stark sein wird wie ein Antrag, der relativ breit von einer Stadt, von einer Region auch unterstützt wird.
00:14:04: Und wir waren von Anfang an auch Teil der Diskussion als es um den Antrag um die Abstimmung ging insbesondere wenn es um das Thema Internationales geht und vor allem auch anwendungsorientierte Forschung und Transfer.
00:14:16: Das heißt sollte die Bewerbung erfolgreich sein kann man das quasi auch umdrehen dass sie dann auch davon profitieren wenn die CAU Excellence Universität wird?
00:14:24: Direkt!
00:14:25: Vielleicht nicht.
00:14:26: Wir werden kein Geld bekommen, wir werden keine Stellen bekommen und so weiter aber indirekt auf jeden Fall weil das Ansehen des Hochschulstandorts Kiel und Kielregion auf jeden fall steigen wird Und ich glaube dass überhaupt dieses ansehen etwas ganz wichtiges ist.
00:14:41: außerdem glauben wir dass wir Rückenwind kriegen für gemeinsame Projekte die wir schon sehr häufig machen.
00:14:47: Ich will nur zwei drei Beispiele nennen dass der gemeinsame Batteriestudiengang, den wir das erste Mal im Wintersemester.
00:14:55: Das sind aber auch so Projekte wie die Ketteninitiative oder React wo wir sehr erfolgreich waren weil wir gemeinsam was gemacht haben.
00:15:02: bei React geht es um die Reaktivierung von stillgelegten Bahnstrecken durch autonome Züge und Wir haben gemerkt dass wir uns da auch bundesweit relativ gut durchsetzen konnten gegen unglaublich viele Mitbewerber indem wir gemeinsam etwas vorgeschlagen haben, wo von der Grundlagenforschung bis hin zum Anwendungsprototyp Betrieb alles mitgedacht wurde.
00:15:26: und wir glauben dass wenn die Uni Kiel Exzellente Universität wird.
00:15:30: Wir viel mehr solche Projekte umsetzen und machen können und wir sind gerne bereit dafür.
00:15:34: Sie haben in Ihrer Karrierelaufbahn auch in den USA und England gearbeitet sofern das Internet uns hier nicht belogen hat.
00:15:42: Was haben Sie aus dieser Zeit mitgenommen für Ihre Aktuelle Tätigkeit?
00:15:46: Relativ viel immer noch.
00:15:47: Ich war uns fast zehn Jahre im Englischsprachenausland, ich habe an der Uni Kiel studiert, Lehramt Deutsch-Medienwissenschaften und Anglistik.
00:15:56: Hab mit dem ersten Staatsexamen abgeschlossen, wollte danach aber nicht unbedingt gleich ins Referendariat.
00:16:02: Hab dann erstmal im Studium schon ein Jahr als Lehrkraft oder als Lehrer gearbeitet in Yorkshire... ...in Nordengland.
00:16:08: das hat mir zwar gefallen aber ich wollte irgendwie auch noch andere Dinge machen.
00:16:12: Kulturwissenschaft hat mich interessiert.
00:16:14: ich hatte als Nebenfach, als Ergänzungsfach hier an der Uni.
00:16:17: Kulturmanagement auch gemacht und wollte irgendwas im reichen Kultur machen.
00:16:20: war in Los Angeles an der Academy of Motion Pictures Arts & Sciences hab dort gearbeitet unter anderem ne Fritz Langausstellung kuratiert.
00:16:27: Zwei Tausend Eins habe auch am Goethe-Institut dort geararbeitet.
00:16:31: bin dann wieder nach Europa.
00:16:33: Hab eine Medienagentur mit einem Freund gegründet die Filme hergestellt hat vor allem für öffentliche Auftraggeber also Museen Aber auch Kulturinstitutionen, habe dann eine Promotion angestrebt in Liverpool.
00:16:47: Hab die dort auch abgeschlossen wurde publiziert hab ne Vollgestelle bekommen... ...in Newcastle an der Universität dort und habt dort einerseits filmhistorische Seminare gegeben aber andererseits auch BBC Journalisten ausgebildet gerade im Bereich Radio Und diese Zeit war unglaublich toll.
00:17:05: ich habe sie sehr genossen war dann aber auch ganz froh, dass ich wieder nach Kiel zurückkommen konnte.
00:17:09: Ich hatte hier immer noch zusammen mit meiner Familie sehr viele Freunde und wir haben uns gefreut, wieder herzukommen und das ist dann alles vor dem Brexit usw.
00:17:17: geklappt hat.
00:17:18: War sehr gut!
00:17:19: Ich glaube aber, dass die Zeit im Ausland prägend war weil man Freunde gewinnt, weil man international stark vernetzt ist, weil andere Hochschulsysteme kennenlernt.
00:17:29: Das britische Hochschulsystem dem deutschen in einigen Bereichen wirklich weit voraus was so Forschungsplanung, Forschungsmanagement angeht.
00:17:39: Und davon ziehe ich heute noch weil ich unter anderem Vizepräsident der International Association for Media & History bin.
00:17:45: das ist eine Gruppe die sich um Mediengeschichtsforschung bemüht.
00:17:49: wir haben jedes Jahr mehrere Treffen und diese Netzwerke hätte ich gar nicht ohne mal rausgekommen zu sein.
00:17:55: also insofern... Sehr, sehr schön und ich bin auch immer wieder gerne in den USA.
00:17:59: Ich war diesen Sommer dort.
00:18:00: Ich bin sehr, sehr gern in Großbritannien aber natürlich auch anderen Ländern.
00:18:04: Und das war sehr prägend.
00:18:06: Gibt es was, was uns da noch abgucken können?
00:18:08: Was die besser machen als wir?
00:18:09: Ich glaube dass die tatsächlich Nachwuchs-Wissenschaftlerin und Wissenschaftler viel stärker noch fördern... ...als das früher in Deutschland der Fall war.
00:18:19: mittlerweile hat sich dazu Glück ein bisschen was getan.
00:18:22: Aber es gibt dort nicht die Abstufung zwischen sozusagen dem sogenannten Mittelbau lehrkräfte für besondere Aufgaben, wissenschaftlich Angestellte und den Professuren sondern ich glaube das System dass es dort gibt dass man anfängt als Lecturer und dann Senior Lecturer wird oder vielleicht Reader und dann Professor Als normale Karriereleiter auch große Vorteile hat weil ist nämlich Zwischen wissenschaftlichem Angestellten oder Angestelter und der Professor ganz viel noch mehr gibt.
00:18:49: Und ich glaube, dass dieses System grundsätzlich ein bisschen durchlässiger ist als hier in Deutschland.
00:18:54: Das kann man sich natürlich mal anschauen.
00:18:56: Ich glaube das wir mehr Karriereoptionen vor allem für den Nachwuchs bereitstellen müssen und ein bisschen wegkommen müssen von den reinen Drittmittel finanzierten Forschungsprojekten.
00:19:06: aber das ist natürlich eine Hochschulpolitische Frage wie man damit umgeht.
00:19:09: Darauf aufbauen, wenn sie eine ganz knappe Botschaft an die Wissenschaftspolitik hier in Schleswig-Holstein richten könnten.
00:19:17: Welche wäre das?
00:19:19: Mehr Mut mehr in Wissenschaft zu investieren.
00:19:23: Wir haben in Schliessig-Holtstein wenig Rohstoffe Wenn wir jetzt mal vielleicht von Wind und dem dem Meer mal absehen.
00:19:29: Das heißt Die Zukunft liegt tatsächlich In den Köpfen der Menschen Und ich glaube, dass das Land in den letzten Jahren zwar auch viel unternommen hat und Dinge besser zu machen.
00:19:41: Aber grundsätzlich – und das zeigen ja die Vergleichszahlen viel zu wenig für Verbildung und Wissenschaft ausgibt – Schleswig-Holstein ist bei vielen Statistiken leider auch ein Schlusslicht.
00:19:51: Ich glaub da kann man mutiger sein!
00:19:54: Was wir durch eine Begutachtung durch den Wissenschaftsrat in den vergangenen Jahren gelernt haben und uns immer wieder erzählt wurde, jedem Euro, dem man in Wissenschaft gibt zahlt sich am ende auch aus durch steuereinnahme hatte ja erläutert wie das funktioniert mit grundlagenforschung angewandter forschung und geschäftsmodellen.
00:20:12: Das heißt wenn ich in wissenschaft investiere habe ich auch eine wirtschaft die viel innovativer, viel schneller aufgestellt ist viel zukunftssicherer aufgestellt.
00:20:21: dass heißt wissenschaftspolitik es auch wirtschaftspolitika ein stück weit und gesellschaftspolitiken natürlich auch und ich wünsche mir dass da vielleicht die weichen ein bisschen anders auch gestellt werden würden.
00:20:34: Wir haben jetzt gerade den Hochschulvertrag unterzeichnet, aber in dem Jahr zwanzig, spätestens vielleicht sogar achtundzwanzig ist die nächste Chance hier nochmal Impulse zu setzen und ich würde mich sehr freuen wenn das gemacht werden würde.
00:20:47: Das schließt perfekt an meine nächste Frage an!
00:20:49: Wenn wir zehn Jahre in die Zukunft gucken, wo sehen Sie die HAW dann?
00:20:53: Also in zehn Jahren in der Zukunft ist die Uni Kiel Exzellente Universität.
00:20:57: Wir haben die Zusammenarbeit noch viel stärker verzahnt, übrigens auch nicht nur HAW und Uni sondern natürlich gehören da auch nochmal zum Beispiel die Mothesis Kunsthochschule dazu aber auch ganz viele andere Akteure.
00:21:09: Ich glaube die Vernetzung ist viel stärkere geworden.
00:21:11: ich glaub Kiel hat in den vergangenen Jahrzehnten auch ein bisschen runtergelitten dass jeder so ein bisschen nur auf sich geschaut hat.
00:21:19: das haben andere Standorte viel besser gemacht Zum Beispiel in Lübeck, zum Beispiel in Hamburg aber auch anderswo.
00:21:24: Und ich glaube dass wir in Kiel gut daran tun enger zusammenzurücken und ich glaube übrigens das Alleinstellungsmerkmal Kiels ist nicht Sailing City wie einige Slogens behaupten sondern tatsächlich statt der Wissenschaft.
00:21:40: Ich würde mir wünschen dass die Wissenschaft auch in der Stadt was in den letzten Jahren immer mehr auch der Fall gewesen ist viel stärker ins Zentrum rückt.
00:21:47: Der Standortvorteil von Kiel ist vor allem da so viele Hochschulen und Wissenschaftsorganisationen an einem Ort versammelt sind, das DLR mit dem Schiffbau.
00:21:58: Und vor allem Klimaneutralität in der Schifffahrt.
00:22:00: Geomar könnte man natürlich auch noch nennen.
00:22:03: wir haben die Mothesis genannt.
00:22:04: Wir haben die Verwaltungsfachhochschule in Altenholz.
00:22:07: Wir habe die HAW-Kiel.
00:22:09: Das sind so viele Akteure in einer relativ kleinen Großstadt dass man glaube ich wenn wir zusammenrücken ganz viel machen kann und dann vielleicht der Leuchtturm für Wissenschaft in Norddeutschland sein könnte.
00:22:21: Leuchtturm ist ein sehr schönes Bild.
00:22:22: Abschließend noch eine Frage, beziehungsweise eine kleine Aufgabe für Sie.
00:22:26: Wir bitten jeden Gast am Ende einmal einen Satz zu vervollständigen nämlich die CAU ist excellent
00:22:32: weil... Weil sie sich geöffnet hat für externe Akteure und dadurch die eigenen Stärken viel stärker wahrnehmen kann?
00:22:40: Dann ganz herzlich Dank für Ihre Zeit!
00:22:42: Und für die wirklich wahnsinnig hilfreichen Einblicke.
00:22:45: Ich hoffe unsere Hörerinnen und Hörern wollten davon genauso profitieren wie wir beide hier im Studio heute.
00:22:50: Wir wünschen Ihnen alles Gute.
00:22:51: Wir drucken die Darum, dass die Wünsche für die Zukunft alle in Erfüllung gehen und das wir in zehn Jahren vielleicht hier wirklich ein Leuchtturm stehen haben in Deutschland.
00:22:58: Ganz vielen Dank!
00:22:59: Und alles Gutes für die Bewerbung.
00:23:01: Das war
00:23:02: Exzellenz im Fokus
00:23:03: – die CAU auf Kurs zur Spitzenuniversität.
00:23:07: Ein Podcast
00:23:08: der Christian Albrechts-Universität zu Kiel
00:23:10: im Kooperation
00:23:11: mit dem Campus Radio Kiel.
00:23:14: Moderiert hat die heutige
00:23:15: Folge
00:23:16: Lina Welts
00:23:18: In der Redaktion Aria Abewor Jonas Richter und Maximilian Hofmeister.
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