#10 Exzellenz im Fokus: Iris Werner, CAU-Gleichstellungsbeauftragte
Shownotes
In der 10. Folge unseres Podcasts geht es um das wichtige Thema Gleichstellung. Dafür hat sich Co-Host Jonas mit Doktorin Iris Werner, Leitung der Stabsstelle Gleichstellung, Chancengleichheit und Familie und Gleichstellungsbeauftragte der CAU getroffen.
Gemeinsam nehmen die beiden uns mit auf eine spannende und lehrreiche Reise durch die Welt der Gleichstellung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Sie veranschaulichen uns, wie wichtig Gleichstellung in allen Bereichen einer Universität, wie zum Beispiel in den Berufungsverfahren und innerhalb der Exzellenzcluster sind. Auch die Funktion der Stabsstelle als Beratungsorgan des Präsidiums und des Senates spielt dabei eine Rolle und die Frage, was in der letzten Begutachtung bei der Bewerbung als Exzellenzuniversität eigentlich bemängelt wurde.
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00:00:01:
00:00:08: Hallo und herzlich willkommen zur zehnten Folge des Podcasts Exzellenz um Fokus, die CHU auf Kurs zur Spitzenuniversität.
00:00:15: In diesem Podcast begleiten wir die Bewerbung der CHU zu Exzellenz-Universität.
00:00:19: Dazu kommen wir ins Gespräch mit Lehrenden, Studierenden und Politikerinnen – immer mit der Frage im Hinterkopf was bedeutet Exzelenz eigentlich für sie?
00:00:27: In dieser Folge geht es um eines meiner absoluten persönlichen Lieblingsthemen, nämlich um das Thema Gleichstellung.
00:00:34: Dafür hat sich mein Co-host Jonas mit Frau Doktorin Iris Werner Leitung der Stabstelle Gleichstellung Chancengleichheit und Familie Und Gleichstellungsbeauftragte zu der CAU getroffen.
00:00:44: Gemeinsam nehmen die beiden uns mit auf eine super spannende und lehrreiche Reise durch die Welt der Gleichstellung einer Christian Albrechts-Universität zur Kiel.
00:00:52: Sie veranschaulichen uns, wie wichtig Gleichstellungen in einen Bereich einer Universität – wie zum Beispiel im Berufungsverfahren, innerhalb unserer Exzellenzklaster und auch die Funktion der Stabstelle als Beratungsorgan des Präsidiums und des Senates ist und was in der letzten Begutachtung bei der Bewerbung zu Exzellenzuniversität eigentlich bemängelt wurde!
00:01:10: Ich wünsche euch in dieser Folge genauso viele Erharmemente wie uns und viel Spaß beim Hören.
00:01:16: Herzlich willkommen, ich habe heute als Gastdoktorin Iris Werner bei mir Und sie ist die Gleichstellungsbeauftragte der CRU und wenn ich richtig geguckt habe auch seit bereits achtzehn Jahren?
00:01:28: Ist das richtig?
00:01:29: Ja genau, das ist richtig!
00:01:31: Ich sage jetzt neuerdings immer dass ich seit fast zwanzig Jahren hier gleichstellungs beauftragten bin gewählt worden zwei tausend sieben Amt angetreten Anfang.
00:01:41: Und davor war ich auch fast zwanzig Jahre in der Meeres- und Polarforschung tätig, auch hier an der CAU.
00:01:47: das heißt Ich bin schon ziemlich lange hier an dieser Universität und genau als Gleichstellungsbeauftragte jetzt sozusagen die zweite Hälfte meines beruflichen Lebens.
00:01:57: Also Sie sind auf weiterhin immer noch dozentin Forscherinnen?
00:02:01: Nein!
00:02:01: Das bin ich jetzt nicht mehr.
00:02:02: Ich habe am Anfang Als ich als gleichstellungs beauftragten hier angefangen hab Noch ein paar Jahre lang so ganz bisschen nebenbei Vollisung gehalten, eine Doktorandin noch fertig betreut.
00:02:14: Ein DFG-Projekt noch fertig gemacht und dann aber nach und nach mich... Das ist ein Hauptamt gleichständig beauftragte tatsächlich und da kann man nicht viel nebenbei
00:02:23: arbeiten.".
00:02:25: Wir fragen am Anfang immer gerne, was die persönliche Verbindung zu Kiel oder der CHU ist.
00:02:30: Kommen Sie aus Kiel?
00:02:31: Wie ist das bei Ihnen?
00:02:32: Ich komme nicht aus Kil ich bin Schleswig-Holsteinerin und komme aber aus Flensburg.
00:02:36: Ich bin zum Studium nach Kiel gekommen an die CHU weil ich Meeresbiologin werden wollte, was ich auch geworden bin.
00:02:42: deswegen habe ich hier studiert und meine Verbindung zur CHU hat damit sozusagen gestartet.
00:02:48: hab hier sehr viel gearbeitet, geforscht gelehrt und jetzt eben wie gesagt auch seit achtzehn Jahren in einer anderen Position auf der Seite der Verwaltung sozusagen.
00:03:00: Also ich habe schon sehr viele Verbindung zu
00:03:02: CAU.".
00:03:03: Und wie ist das?
00:03:04: Wie muss ich mir das vorstellen?
00:03:07: Wie kommt man dazu Gleichstellungsbeauftragte zu werden?
00:03:10: Ist es was an einen Rang getragen wird oder bewirbt man sich da selber drum drauf?
00:03:17: Da gibt es glaube ich sehr viele verschiedene Wege, wie Mann-Frau Gleichstellungsbeauftragte werden kann.
00:03:23: Die allermeisten haben etwas studiert was inhaltlich mehr damit zu tun hat und darauf hinläuft zum Beispiel Soziologie Gender Studies Psychologie Philosophie.
00:03:34: das war bei mir nicht so.
00:03:35: Ich bin Naturwissenschaftlerin habe Biologie studiert und dann in der Meeresforschung gearbeitet.
00:03:41: Bei mir kamen das Interesse an der Thematik eher aus der Praxis dass ich eben gesehen hab Das ist ja auch schon ein bisschen her, alles wie wenig Frauen.
00:03:49: wir waren damals immer und wie schwierig wir es auch hatten teilweise.
00:03:53: Und dann bin ich über das Nebenamtliche Amt der Gleichstellungsbeauftragten der Fakultät – das habe ich in ein paar Jahre gemacht – reingekommen in diese Arbeit und in diese Denke.
00:04:03: Dann war irgendwann die Position der zentralen Gleichstellung beauftragte an der CAU frei Habe ich lange überlegt und mit mir gerungen.
00:04:11: Und dann gedacht ja das wäre vielleicht ein interessanter Umstieg für mich, und dass habe ich dann gemacht.
00:04:15: was macht die Universität für sie so besonders als Arbeitsort?
00:04:19: Die CAU meinen Sie wahrscheinlich im speziellen.
00:04:23: Also ich finde tatsächlich, dass die CAU eine Universität ist, die einerseits super vielfältig ist.
00:04:31: also wir haben hier quasi Alles.
00:04:33: Das bezieht sich auf die Fächer, die Studiengänge.
00:04:36: aber wir haben hier auch noch Bereiche, die sind sehr traditionell.
00:04:40: also da kann man noch Akademie sozusagen mit den ältesten Prinzipien erleben und wir haben ja hyper moderne Wissenschaftsbereiche die sowohl technologisch als auch von den Haltungen sehr international in der Spitze mitfahren und so.
00:04:57: Wir haben hier von bis alles mögliche und auch extrem unterschiedliche Leute Total spannend.
00:05:02: Und dann andererseits, was ich persönlich sehr schätze ist das wir an der CHU so eine sage ich mal norddeutsch pragmatische Art haben zu arbeiten.
00:05:12: die Reichen sind fair gleichsweise flach.
00:05:15: man kann einfach irgendwo anders hingehen und ne Frage stellen dass die Wege sind kurz und viele sind hier auch ein bisschen mehr hemmt ärmlich unterwegs.
00:05:24: Das schätze ich sehr so im Arbeitsalltag, das erleichtert ja doch
00:05:28: vieles.".
00:05:28: Und dass dann aber auch über die lange Zeit würden Sie sagen diese schon hier sind?
00:05:32: Also es hat sich nicht verändert.
00:05:35: diese Einstellung
00:05:35: von den Menschen... Nein!
00:05:38: In meiner Perspektive hat sie sich nicht verändert.
00:05:40: trotz all der Entwicklung, die wir hier immer hatten gibt es doch in vielen Bereichen ein relativ unkompliziertes Zusammenarbeiten und das finde ich gut.
00:05:51: Das ist doch wirklich positiv.
00:05:52: Was bedeutet denn Gleichstellung für Sie persönlich?
00:05:55: Für mich persönlich sind das, glaube ich zwei sehr wichtige Aspekte.
00:05:59: Das eine ist natürlich ein ganz klare Verfassungsauftrag.
00:06:03: Gleichstellung ist im Grundgesetz der uns Republik Deutschland als Auftrag für alle staatlichen Institutionen wozu die Universität gehört, ganz klar festgeschrieben.
00:06:11: da gibt es überhaupt nichts daran zu rütteln und er ist einfach sehr deutlich.
00:06:15: dass müssen wir hier machen.
00:06:17: Und auf der anderen Seite ist Gleichstellung aber auch ein superdynamisches Politikfeld, was sich innerhalb der ja mit den gesellschaftlichen Entwicklungen auch ständig verändert.
00:06:28: Schwerpunkte verändert und überhaupt nicht losgelöst gesehen werden kann von anderen Politikfeldern.
00:06:36: Deswegen finde ich das eine tolle Arbeit weil man hat so eine klare gesetzliche Grundlage da kann keiner was dran rütteln Und darüber bewegt sich aber wie alles andere auch im Lauf der Zeit sehr dynamisch mit anderen Entwicklungen zusammen oder auch mal dagegen.
00:06:54: Das ist finde ich eine sehr spannende Kombination, wo man wenn man das irgendwie so ein bisschen gelernt hat auch Ziele erreichen kann und Dinge bewirken kann.
00:07:03: Das finde ich eigentlich eine sehr schöne Arbeit.
00:07:05: Dieser Wandel, das ist mir auch aufgefallen als ich ein bisschen auf ihren Internetseiten rum... gesucht habe.
00:07:11: also da ist ja wirklich viel passiert in letzter zeit.
00:07:13: vielleicht kommen wir dann direkt mal zu der frage wie ist die gleichstellungsarbeit so an der uni verankert?
00:07:19: also mit welchen gremien arbeiten sie zusammen.
00:07:22: genau sie isst mittlerweile an der unik hier sehr gut veranker hat.
00:07:26: wir haben seit zwei tausend elf ein vizepräsidentin ganz kurz war es mal ein vizepräsident aber einen vize präsidents innen amt was für Gleichstellung zuständig ist inhaltlich fachlich.
00:07:40: Ich habe eine Stabstelle, Gleichstellung, Chancengleichheit und Familie die ich leite mit zurzeit sechs Mitarbeiterinnen.
00:07:48: es gibt einen zentralen Gleichstellungsausschuss.
00:07:50: das ist ein Ausschuss des Senats der auf der zentrale Ebene Gleichstellungen Maßnahmen Initiativen usw.
00:07:57: begleitet.
00:07:58: wir haben mein eigenes Budget und wir haben relativ viele große Drittmittelprojekte, das heißt man hat auch vergleichsweise viele Ressourcen zur Verfügung auf der zentralen Ebene.
00:08:09: Und dazu kommt noch dass in allen Fakultäten es nebenamtliche Gleichstellungsbeauftragte gibt und auch Ausschüsse und auch Budgets und die machen auch Sachen.
00:08:17: also das ist alles in allem schon recht gut verankert und insofern hat man schon die Möglichkeit auch das ein oder andere zu machen.
00:08:25: was vielleicht wichtig ist zu wissen diesem Zusammenhang die Gleichstellungsbeauftragten fachlich weisungsfrei sind.
00:08:31: Das heißt, was ich arbeite?
00:08:33: Was ich anstoße?
00:08:35: Welche Maßnahmen ich mache?
00:08:36: Das entscheide ich alles nur alleine und kann mich zwar... fragen oder mir was vorschlagen, aber es gibt eben keine Weisung von oben.
00:08:44: Das Präsidium kann jetzt nicht sagen, jetzt machen Sie mal das und das.
00:08:47: Können sie sagen?
00:08:48: Aber muss ich nicht machen.
00:08:50: Entscheid' ich selber!
00:08:50: Ich bin fachlich
00:08:51: weisungsfrei.".
00:08:52: Und das ist natürlich auch eine sehr schöne Arbeitsgrundlage sozusagen.
00:08:55: Was sind so konkrete Arbeitsbereiche- oder Arbeitentätigkeiten die Sie anstoßen, die Sie abarbeiten, die sie angehen?
00:09:03: Genau ein großer Teil der Arbeit ist natürlich innerhalb von Personalauswahl Also hauptsächlich in den Berufungsverfahren, für Professoren arbeiten wir mit oder auch für Führungspositionen in der Verwaltung im Management.
00:09:16: Alle möglichen Auswahlverfahren.
00:09:19: das ist ein sehr großes Arbeitsfeld.
00:09:22: und dann ist eigentlich etwas sehr wichtig dass ich sozusagen das Präsidium ständig berate oder auch dem Senat andere Entscheidungsgremien.
00:09:30: was müssten wir an dieser Universität machen um im Punkt der Gleichstellung weiterzukommen?
00:09:37: Was ist eine gute Maßnahme, um ein Ziel zu erreichen?
00:09:40: Was können wir vielleicht auch wieder einstellen.
00:09:42: Also so beratende Tätigkeiten weil entscheiden muss es dann ja am Ende jemand anders.
00:09:47: also sie geben Empfehlungen sozusagen
00:09:49: ab.
00:09:50: wie kann ich mir das noch konkret davor stellen?
00:09:52: bei Berufungsverfahren sitzen Sie damit am Tisch sehen die BewerberInnen und sagen also an welchen Kriterien empfehlen Sie denn?
00:10:01: Ja genau!
00:10:02: An Berufungs verfahren kann man das vielleicht am besten Test machen.
00:10:06: Ein Berufungsverfahren muss immer eine gewählte Gleichstellungsbeauftragte dabei sein, sonst kann es nicht abgeschlossen werden.
00:10:13: Das ist im Hochschulgesetz alles festgelegt und so weiter.
00:10:16: Die Gleichstelllingsbeauftrage im Berufungs- verfahren hat kein Stimmrecht aber sie hat Rederecht, Antragsrecht und Vetorecht.
00:10:24: Und die sitzt da jetzt damit dabei und versteht natürlich fachlich nicht unbedingt alles.
00:10:29: das ist auch gar nicht ihre Aufgabe.
00:10:31: Aber natürlich kann sie sagen, dass wenn eine Frau zum Beispiel sehr ähnlichen Lebenslauf hat wie ein Mann.
00:10:38: Warum wird er eingeladen und Sie nicht so?
00:10:41: Dann können Sie sagen Nein da bin ich nicht mit Einverstanden.
00:10:43: bitte laden Sie die Bewerberin auch ein.
00:10:46: Und so geht es dann durch das gesamte Verfahren Das mal als Gleichstellungsbeauftragte immer dort sozusagen eingreift oder nachfragt, oder eine Empfehlung ausspricht.
00:10:57: Wo es den Anschein hat dass der Gleichstellungsgrundsatz eben nicht beachtet worden ist.
00:11:01: So ne Art Kontroll-Lechanismus?
00:11:03: Ganz genau!
00:11:04: Wir nennen das Qualitätskontrolle.
00:11:07: Das sehen nicht alle so... Aber ähm..das ist genau das.
00:11:10: also wir achten ja da drauf dass die Personen ausgewählt werden mit den besten Qualifikationen und ihm nicht weil sie Männer sind sondern weil sie eben genauso gut geeignet sind.
00:11:20: Und das kann halt bis zu einem formalen Widerspruch führen, was dieses Verfahren dann anhält.
00:11:26: Also Sie haben schon gesagt sie arbeiten viel mit dem Präsidium zusammen, viel mit den Senatern.
00:11:30: auch gibt es noch weitere Anlaufstellen oder Leute die auf sie zukommen und ja von ihnen Empfehlungen haben möchten?
00:11:37: Ja natürlich also.
00:11:40: ich bin sozusagen Ansprechperson für alle, die eine Frage haben.
00:11:44: Das kann von bis sein.
00:11:46: Natürlich melden sich bei mir viele Menschen, die entweder selber Diskriminierungserfahrung gemacht haben aufgrund des Geschlechts oder die Diskriminierung beobachtet haben.
00:11:57: Vorgesetzte melden sie sich manchmal wissen nicht genau was sie tun sollen.
00:12:00: Der ganze Bereich sexualisierte Gewalt, sexuelle Belästigung liegt bei mir oder bei uns.
00:12:06: In diesem Ding beraten wir.
00:12:08: aber wir beraten zum Beispiel auch jetzt Konsortieren die zum Beispiel einen großen Forschungsantrag stellen ein Sonderforschungsbereich oder auch ein Exzellenzklaster.
00:12:16: da arbeiten wir dann auch mit weil in all diesen Forschungs Anträgen muss auch immer ein Kapitel zur Gleichstellung dabei sein.
00:12:25: Maßnahmen müssen da drin sein, Statistiken müssen da drinnen sein zur Geschlechterverteilung und all diese Dinge unterstützen wir dann auch.
00:12:33: also es ist wirklich von bis oder manchmal sogar Inhalte dass man Gender Medizin zum Beispiel eines meiner Steckenpferde habe.
00:12:41: ich glaube ich fünfzehn Jahre versucht den Mediziner in Siza davon zu überzeugen das es wichtig ist Und jetzt mittlerweile ist das tatsächlich auch ein Thema.
00:12:50: Also das sind auch solche Aspekte, die wir überall mit einbringen.
00:12:55: Aber dann ist es ja auch spannend dass sie dann schon so lange an der Uni sind und diese Aufgabe auch solange wahrnehmen dürfen Dass Sie denn auch tatsächlich ich meine so eine Entwicklung dauern ja auch oft lange.
00:13:05: das sie dann trotzdem die Ergebnisse sehen Ist ja recht positiv zu sehen für sich selbst glaube ich total.
00:13:12: aber was denken Sie denn?
00:13:12: was sind denn die aktuell größten Herausforderungen?
00:13:15: Mit denen die sehr gut zu kämpfen hat im Bereich gleich Berechtigung.
00:13:19: Ich würde zwei große Herausforderungen tatsächlich aktuell identifizieren.
00:13:24: Das eine klang vorhin schon so ein bisschen an, wir haben wirklich noch Nachholbedarf bei dem Thema Frauen in Spitzenpositionen also zum Beispiel Dekaninnen haben wir aktuell eine.
00:13:37: In der letzten Wahlperiode war da keine und das obwohl das gesetzlich eigentlich vorgeschrieben ist.
00:13:43: Wir haben bei den Exzellenzklustern, bei den SprecherInnenTeams und auch in den Forschungsschwerpunkten fast nur Männer in der ersten Position sozusagen.
00:13:54: Und das ist ein großes Problem an dieser Universität, wurde bei der Begehung beim letzten Mal zur Exzellenz-Universität ganz klar adressiert – auch im schriftlichen Gutachten.
00:14:07: Wir sind da aktuell nicht besonders viel weitergekommen.
00:14:11: Also das ist eine große Herausforderung, tatsächlich Frauen in die obersten Spitzenämter hier an der Universität zu bekommen.
00:14:18: Und das zweite große Thema was ich wirklich sehr schwierig finde als ich in den letzten Jahren sehr stark rauskristallisiert ist da ganze Themenkomplex Machtmissbrauch gerade für Nachwuchskräfte.
00:14:30: Ist nicht immer mit Geschlecht verknüpft aber sehr oft auch in den Hierarchien und das ist wirklich eine große und recht weitverbreitete Problematik, die dazu führt dass wir gute Köpfe verlieren was schade ist für die Universität.
00:14:45: Aber es ist auch ein nicht hinnehmbarer Zustand für die Betroffenen und in dem Bereich hat sich die Universitet auf den Weg gemacht.
00:14:52: das gab eine Arbeitsgruppe zur Bekämpfung gegen Machtmissbrauch.
00:14:56: Wir sind auf der politischen Ebene aktiv geworden.
00:14:58: Es wird möglicherweise demnächst eine externe Anlaufstelle geben, die vom Land finanziert wird für Betroffene von Machtnisbrauch und das ist dann glaube ich gute Schritte in die richtige Richtung.
00:15:09: aber das dauert halt auch.
00:15:11: Das es wird dann aber auch bei Ihnen verankert?
00:15:13: Ja nicht nur beim... Da muss sich nicht alleine lösen also muss ich sowieso nicht.
00:15:16: nein da sind viele Stellen dran beteiligt an der ganzen Thematik Aber das ist eine Thematik, die eben doch sehr häufig mit Geschlecht zu tun hat und deswegen dann häufig auch bei mir sozusagen andorgt.
00:15:28: Ja
00:15:29: genau.
00:15:30: Sie haben gerade schon gesagt bei den Exzellenzklassern und dem Antrag muss auch immer ein Abschnitt für die Gleichberechtigung dabei sein.
00:15:38: Inwieweit waren sie denn in den aktuellen Antrag eingebunden?
00:15:42: Ich war eingebundet.
00:15:43: Ich war glaube ich auch recht gut eingebunten.
00:15:45: wahrscheinlich wissen Sie was viele auch wissen dass wir ja dieses mal selber wenig Zeit hatten.
00:15:50: Also viel Partizipation im Sinne von ganz viele Gesprächsrunden und sowas, das gab es diesmal nicht aus Zeitgründen.
00:15:57: Das ist total verständlich!
00:15:59: Ich war eingebunden.
00:16:00: ich konnte Vorschläge auch Textvorschlägen in den Antragstext reinschreiben.
00:16:05: Ich konnte auch über die zuständige Vizepräsidentin in Gesprächen Punkte einbringen und ich konnte auch teilnehmen an der Runde von Workshops, die es gegeben hat.
00:16:15: Es gab ja eine Runde da war Auch dabei in einem Workshop und auch Mitarbeiterinnen meiner Stabstelle waren dabei.
00:16:21: also wir waren so gut eingebunden wie es möglich war.
00:16:25: Also geht es da konkret um Formulierung in diesem Antrag meistens oder auch um Inhalte?
00:16:31: Der Antrag ist ja auf Englisch, das heißt da brauchte man jetzt nicht auf die große geschlechtergerechte Sprache achten.
00:16:38: aber natürlich ging es nicht nur um Formularung sondern auch möglicherweise um Inhalten oder auch kleine Maßnahmen.
00:16:45: Für mich war das Wichtigste tatsächlich zu schauen, dass das Thema Geschlechtergerechtigkeit so als Querschnittsthema tatsächlich an mehreren Stellen im Antrag auftaucht.
00:16:56: Nicht nur in einer Stelle kleines Kapitel irgendwie und fertig sondern, dass irgendwie klar wird... Das ist eins von mehreren Querschnitzthemen die man halt überall mitdenken muss!
00:17:06: Und das habe ich versucht möglichst viel reinzubringen.
00:17:09: aber natürlich ist der Antrag auch Wörter limitiert Und das ist total normal, dass man halt Sachen vorschlägt und nicht alles wird übernommen.
00:17:18: Aber an vielen Stellen habe ich schon gesehen sind meine Vorschläge doch da reingekommen in den Text.
00:17:24: Was war so das Wichtigste?
00:17:26: Also was war Ihnen am wichtigsten?
00:17:27: Ich habe gerade schon gesagt, dass es breit aufgestellt wird.
00:17:29: aber können Sie vielleicht auch eine konkrete Sache nennen damit man sich das besser vorstellen kann?
00:17:35: Der Antrag heißt ja The Baltic Perspective und einer der Maßnahmen die übergreifende größte Maßnahme ist ja der Baltic Hub Und ich finde diese Maßnahme großartig.
00:17:45: Ich habe ganz viel im Ostsee-Bereich gearbeitet, ich hatte auch mal ein EU-Projekt zur Gleichstellung in EU starten rund um die Ostsee und ich fand die Idee toll.
00:17:57: und ich finde auch dieser Maßnahme Baltic Hub toll.
00:18:00: und mir wäre sehr wichtig und daran kann man das vielleicht so sehen dass alles was in diesem Baltic hub passieren soll wie es jetzt im Antrag steht Da kann man überall Gleichstellungs- oder feministische Perspektiven einziehen.
00:18:13: Also wenn man die Fellows auswählt für diesen Woltik, Denkraum muss man natürlich auf Geschlechterparität achten aber auch bei den Inhalten dass man eben guckt wie bekommt man eine feministische perspektive auf wirtschaftliche Entwicklung?
00:18:27: Auf dem Klimawandel?
00:18:29: Auf Kriege und Frieden im Ostseeraum all das da kann man die Inhalte einarbeiten.
00:18:34: Und was ich auch super spannend finde natürlich gibt es im Ostseeraum, Schweden, Finnland Länder die.
00:18:41: Im Bezug auf Gleichstellung deutlich weiter sind als wir in Deutschland und von denen können wir natürlich.
00:18:46: In diesem Projekt dann möglicherweise auch was lernen und andere können vielleicht etwas von uns lernen so dass man sozusagen auch bei diesem Thema Gleichstellung ein produktiven Austausch hinbekommen mit den Partnerländern im Ostsee Raum.
00:19:00: hätten sie sich noch Irgendeine Maßnahme mehr gewünscht, die im Antrag hätte vorkommen sollen.
00:19:06: Ihrer Meinung nach aus ihrer Perspektive?
00:19:08: Ja hab ich!
00:19:09: Ich hätte mir für jeden der Forschungsschwerpunkte eine Professur gewünscht, die mit Gender Aspekten denominiert ist also Marine Science Engender Nanoscience Engender Medicine Engender sowas.
00:19:24: das hätte ich mir gewünsche hätte ich großartig gefunden.
00:19:27: aber das war halt nicht möglich
00:19:29: Aus Limitierungsgründen oder
00:19:31: Ja, hat vielleicht auch nicht so ganz ins ganz große Konzept reingepasst.
00:19:34: Aber sowas hätte ich halt toll gefunden.
00:19:37: Die Wissenschaft ist ja schon lange ein männerdominiertes Fertig.
00:19:40: Das sagten sie ja auch gerade schon.
00:19:43: Wie ist da so ihre aktuelle Einschätzung?
00:19:45: Also da Sie jetzt schon achtzehn Jahre ... Ich sage es noch mal sehr gerne... Diese Position haben hat sich da was verändert?
00:19:51: So ganz allgemein und an der CDU?
00:19:55: Natürlich hat sich in den Jahren etwas verändert.
00:19:58: die sagen wir die Frauenanteile sind durch die Qualifikationsphasen schon deutlich angestiegen.
00:20:04: Das ist ein Vorgang, der sehr langsam vor sich geht.
00:20:07: bei den Studierenden hatten wir ja immer schon... also schon sehr lange haben wir mehr Studentinnen als Studenten an der Uni und auch mehr Absolventinnen Und bei den Promotionen haben wir schon lange eine gute Balance und danach wird es dann schwierig in vielen Fächern.
00:20:21: Ich finde wenn ich mir genau angucke immer dass sich bei den Zahlen sehr viel verändert hat aber bei den grundsätzlichen Hürden nicht viel.
00:20:30: Es ist einfach natürlich auch so, dass heutzutage Fachkräftemangel herrscht.
00:20:36: Man gar nicht mehr auf viele Frauen verzichten kann, so will ich sagen Die grundsätzlichen Hürden sind immer alle noch da.
00:20:43: das sehen wir eben genau dann wenn es um wichtige Positionen geht um Führungsposition und Spitzenposition Dann greifen die alten Mechanismen immer wieder.
00:20:52: Das finde ich sehr Interessant einerseits aber auch ein bisschen erschreckend.
00:20:57: Ich glaube bis zur Pandemie haben viele gedacht, ich auch das geht jetzt immer weiter positiv bergauf und es wird sich irgendwann erledigt haben.
00:21:06: seit der Pandemie denken dass viele nicht mehr sondern wir haben in der Zeit gesehen dass es doch deutliche Rückschritte wieder gibt bei der Gleichstellung dass die tradierten Rollenmodelle wieder deutlicher hervorkommen.
00:21:18: und das ist halt in allen Bereichen der Gesellschaft so.
00:21:22: auch in der Wissenschaft Also auch bei WissenschaftlerInnen haben sich die Frauen um die Kinder gekümmert, als sie Schulen zu waren und die Kitas.
00:21:30: Und die Männer haben einfach ein Buch geschrieben während des Lockdowns.
00:21:33: also ich überspitze aber so in der Art ist es gewesen und da gibt es gute Forschung zu und das zeigt so ein bisschen dass sich die tiefgreifenden gesellschaftlichen Verhältnisse nur wenig verändert haben.
00:21:49: und das finde schon erschreckend vor allem vor dem Hintergrund Dass wir ja, wenn wir auf die gesellschaftlichen Entwicklungen in Deutschland und Europa gucken auch eher in Richtung konservativ und noch weiter rechts zu steuern.
00:22:02: Und das hat natürlich oft geschlechter Verhältnisse.
00:22:04: Die Themen, die wir hier besprechen keinen förderlichen Einfluss.
00:22:09: Das hat ja wieder was mit tradierten Familien- und Frauenbildern zu tun, die aus der Wissenschaft möglicherweise dann verschwinden.
00:22:18: Bremst dann ihre Vorhaben auch aus oder?
00:22:22: Noch nicht.
00:22:23: Also hier in Schleswig-Holstein ja gar nicht, das ist mir so düstere Zukunftsvision.
00:22:27: Vielleicht kommt es ja auch zu uns gar nicht.
00:22:30: aber man sieht es ja zum Beispiel in den USA was da passieren kann.
00:22:33: das würde uns hier sehr ausbremsen.
00:22:35: alles natürlich sowas wie Gleichstellungsprogramme Professorinnenprogrammen das sind ja staatliche Gelder die für die Gleichstellung zur Verfügung gestellt werden.
00:22:44: Das muss Politik wollen und unterstützen.
00:22:48: Und solange Politik das will, ist alles gut können wir hier weiterarbeiten.
00:22:51: aber wenn Politik irgendwann entscheidet dass es nicht wichtig das kann weg dann wird es schwierig.
00:22:57: Gucken wir mal von der düsteren Zukunftsversion nochmal zurück in die Gegenwart.
00:23:03: was ist denn aktuell also so?
00:23:04: was gibt's denn für Maßnahmen die wo sie sagen damit fördern wir Frauen oder auch andere unterrepräsentierte Gruppen in der Wissenschaft?
00:23:11: Genau!
00:23:12: Also wir fördern in erster Linie An der COU zwei Zielgruppen, einmal die Postdoktorandin.
00:23:18: Ich hatte ja vorhin kurz erzählt bis zur Promotion sind die Geschlechterverhältnisse gut.
00:23:22: ausgeglichener nach fällt es dann langsam und dann sehr schnell ab.
00:23:25: wir fördern hier an der CAU mit sehr vielen Maßnahmen die Postdoktorandinnen.
00:23:30: da haben wir zum Beispiel zwei Mentoring Programme ein deutschsprachiges ein englisch sprachiges.
00:23:34: Die beiden haben auch einen Gang gefunden in den Exzellenz Universitätsantrag weil sie da auf hingehören.
00:23:41: Und mit dem Englischsprachigen Programm richten wir uns ganz gezielt an Postdoktorandinnen, die aus dem Ausland hierher kommen und diese eben dieses doppelte Problem haben dass sie einerseits möglicherweise als Frau diskriminiert werden.
00:23:54: Und andererseits als International das deutsche System nicht kennen, sich nicht gut bewegen können.
00:24:01: Nicht genau wissen was sind ihre Rechtepflichten?
00:24:04: Wie läuft das alles?
00:24:05: und da haben wir dann immer Postdoktor an den wirklich aus aller Welt, aus allen Ländern und aus allen Kulturen die gemeinsam versuchen sich auf ihre wissenschaftliche Karriere möglichst gut vorzubereiten dabei unterstützen wäre.
00:24:19: Das ist sozusagen unser Hauptprogramm.
00:24:21: aber wir fördern auch andere individuell mit Coachings und finanziellen Unterstützung Stipendien usw.
00:24:28: beraten natürlich ganz viel zur wissenschaftlichen Karriere.
00:24:32: Und die zweite Gruppe, die wir fördern sind tatsächlich und das ist relativ neu seit einigen Jahren Professorinnen vor allem auch Professorinnen, die neu an der CAU sind.
00:24:42: Ich habe früher immer gedacht wenn man Professorin geworden ist auf Lebenszeit was soll dann noch das Problem sein?
00:24:50: Das war falsch!
00:24:51: Es gibt sehr viele Professorinnen, die viel Beratungsbedarf haben.
00:24:55: Die auch diskriminiert werden noch als Professoren, die immer noch schlecht behandelt werden und die Unterstützung in allen möglichen Varianten gut gebrauchen können.
00:25:07: Und das machen wir seit einigen Jahren mit einem speziellen Programm auch, das wo wir halt nur für die Professorinnen... spezielle Weiterbildung konzipieren, wo die unter sich sind und sich auch gut vernetzen können und Erfahrungen austauschen können miteinander.
00:25:20: Wie macht ihr das?
00:25:21: Hast du das auch schon mal erlebt?
00:25:22: Solche Sachen!
00:25:23: Das sind so die beiden großen Maßnahmenpakete, die wir hier aktuell machen und die ich beide auch für recht relevant und erfolgreich halte.
00:25:35: Also ihre Stabstelle gibt quasi den Raum für Vernetzung Aber auch für individuelle Beratungen.
00:25:41: Ganz
00:25:43: genau richtig zusammengefasst, ja.
00:25:46: Manchmal sind wir sehr stark dabei und manchmal ziehen wir uns sehr schnell zurück und machen genau nur diesen Raum auf wo dann die Frauen die Wissenschaftlerinnen sich austauschen können und wir treten den Hintergrund aber wir organisieren halt was nötig ist.
00:26:01: Sehr spannend weil man bekommt davon ja auch Wenig mit.
00:26:04: im allgemeinen so also wenn man nicht selbst davon betroffen ist kriegt man ja jetzt nicht mit wie viele Aktionen sie machen wie viele.
00:26:12: Ja fede sie verbinden an der Uni oder auch nicht.
00:26:16: genau das ist richtig und es ist tatsächlich so würde ich sagen bei meiner Arbeit oder unsere Arbeit insgesamt gibt es Aktion.
00:26:22: von denen wollen wir unbedingt dass die sichtbar werden und da versuchen wir alles.
00:26:27: um die sichtbar zu machen.
00:26:28: Wir haben auch Social Media Kampagnen, um Wissenschaftlerinnen sichtbaar zu machen auf Instagram und LinkedIn und so.
00:26:34: Und wir haben aber auch, wir machen auch Aktionen.
00:26:37: von denen wollen wir gar nicht dass sie sichtbaar werden.
00:26:40: das ist das was ich am Anfang auch gesagt habe, dass Gleichstellung auch so eine Art politisches Feld ist wo man sich versucht zu bewegen und strategisch zu verhalten und manchmal muss das auf der Hinterbühne sein.
00:26:54: Aber... trotzdem genauso effektvoll.
00:26:56: Genau, genau!
00:26:57: Sie meinten ja schon bei Studierenden ist es nicht so das Problem mit der Gleichstellung.
00:27:01: wir haben sogar teilweise gerade momentan mehr Studentinnen als Studenten.
00:27:06: Mhm, genau.
00:27:09: Arbeiten sie aber auch mit den Asterstellen zusammen oder also wie?
00:27:12: Ja, da wird ja trotzdem irgendwie eine Vernetzung stattfinden.
00:27:17: Ja, genau, mit Studierendern haben wir nicht so viele Maßnahmen und nicht so viel Bürgungspunkte weil... für mehrere Aspekte bei den Studierenden dann das Studentenwerk, wie es noch heißt in Schleswig-Holstein, zuständig ist.
00:27:31: Zum Beispiel die Kinderbetreuungsplätze für Kinder von Studierende, dies ja auch überall hier gibt auf dem Campus – das sind alles Einrichtungen vom Studentenwerke.
00:27:42: Dafür sind wir nicht zuständig.
00:27:43: Das ist halt diese Trennung struktureller wenn wir gar nichts daran ändern.
00:27:48: aber natürlich Wir beraten bei uns im Familien-Servicebüro zum Beispiel auch Studierende, Studentin mit Kindern zum Thema Nachteilsausgleich.
00:27:58: Zum Thema Elterngeld, Elternzeit, Mutterschutz alles was damit zu tun hat oder auch Studiere mit Pflegeaufgaben werden wir uns beraten.
00:28:08: und all diese Sachen das machen wir schon.
00:28:12: auch Studenten, also Studierende zum Thema sexualisierte Gewalt und sexuelle Belästigung.
00:28:19: Da haben wir vor einigen Jahren mit dem Aster zusammen das Beratungsangebot BASTA ins Leben gerufen – das sind Kolleginnen vom Frau Notruf Kiel, also professionelle Beraterinnen die zweimal die Woche glaube ich im Semester hier aufm Campus Sprechstunden anbieten.
00:28:38: und die Kosten für diese Beratung teilen sich der Aster Und ich, das haben wir uns vor vielen Jahren dann Vertrag geschlossen.
00:28:48: Das ist für alle Studierenden Gewalterfahrungen so heißt es.
00:28:53: aber die allermeisten Studierende, die dorthin gehen, haben sexualisierte Gewalterfahren.
00:28:58: deswegen bin ich da mit dabei.
00:29:00: So dass ist etwas.
00:29:01: und dann arbeiten wir noch im Bereich der Mintfächer wo ja Studentinnen oftmals unterrepräsentiert sind.
00:29:10: Da haben wir zum Beispiel die Empowermentpreise ausgelobt von der Stabstelle.
00:29:14: Da werden Bachelor und Masterarbeiten von Minn- Studentinnen ausgezeichnet, also in der Technischen Fakultät und den Amatnatfakultäte Und auch Stipendien vergeben wir für Minn studenten mit besonderen Herausforderungen Also mit Kindern, mit chronischen Krankheiten Mit Migrationshintergrund oder Flucht Hintergrund.
00:29:33: Also da haben wir so sehr gezielte Maßnahmen würde ich mal sagen.
00:29:38: Aber die ganz große Menge an Studierenden wird mit uns möglicherweise gar niemals in Berührung kommen.
00:29:47: Also sie arbeiten dann schon auch, es gibt ja eine Diversitätsbeauftragte und einen Laufstellen für Antidiskriminierung und Inklusion.
00:29:54: also Sie arbeiten da schon Hand in Hand?
00:29:57: Total!
00:29:59: Da arbeiten wir ganz eng zusammen.
00:30:00: ich bin super froh dass diese andere Stabstelle mit der Diversität beauftragten Person auch gibt weil bevor es die gab hatten waren sozusagen alle Problematiken, die mit Diskriminierung zu tun haben.
00:30:12: Egal warum aus welchem Grund alle immer bei uns aufgelaufen und dafür sind wir gar nicht also weder ausgebildet noch zuständig, noch ressourcenmäßig in der Lage.
00:30:23: Also das ist eine sehr wichtige Stelle die mit uns sehr eng zusammenarbeitet.
00:30:28: Wir haben zum Beispiel die Richtlinie gegen sexualisierte Gewaltdiskriminierung und Mobbing zusammen erarbeitet.
00:30:34: Wir besprechen manchmal gemeinsame Fälle oder leiten die je nachdem weiter wo sie besser aufgehoben sind sage ich mal und arbeiten auch ansonsten an Papieren zusammen oder an Anträgen.
00:30:45: Und auf der anderen Seite haben wir dann aber doch jeder jede auch die eigenen Themen, die man selber dann sozusagen am besten beurteilen und bearbeiten kann.
00:30:55: so das ist wirklich ganz wichtig.
00:30:56: dass wir da zwei unabhängige voneinander unabhängige Stellen haben Die gut zusammenarbeiten.
00:31:02: Ja, aber so wie ich das jetzt in den letzten Minuten aus Ihrem Erzählungen mitbekommen habe ist vielleicht ein ganz wichtiger Punkt und man braucht sich keine Sorgen machen dass man irgendwie die falsche Anlaufstelle anläuft.
00:31:13: sozusagen Man kann sich bei allen melden, man wird dann aber kompetent weitergeleitet.
00:31:17: So ist es, manchmal ist es ja so wenn man Diskriminierungserfahrungen gemacht hat fühlt man sich ja schlecht Und wenn man dann sich sowieso schon dazu durchregen muss irgendwo anzurufen oder hinzugehen, dass sowieso alles schon schwierig.
00:31:31: Da muss man sich aber keine Sorgen machen.
00:31:33: möglicherweise sagt dann jemand okay habe ich glaube ich verstanden Aber ist hier nicht die richtige Stelle aber vier Türen weiter.
00:31:41: da ist sozusagen Die richtige Ansprechperson und da leiten wir gerne weiter oder unterstützen natürlich auch immer im Erstgespräch.
00:31:49: Das
00:31:50: ist für Betroffene einfach auch noch mal wichtig zu hören, dass man da keine Scheu haben braucht.
00:31:54: Auf keinen Fall.
00:31:56: Alles ist vertraulich alles bleibt bei uns.
00:31:59: wenn es nicht weitergehen soll dann bleiben Gespräche mit diesen Thematiken alle immer im Raum.
00:32:04: was braucht das aus ihrer Sicht um einen nachhaltigen Kulturwandel an der Universität zu erreichen?
00:32:09: Ja das ist eine große Frage aber ich will sie mal kurz beantworten.
00:32:14: Ich würde sagen, der Kulturwandel ist super notwendig.
00:32:18: Ich habe ja vorhin gesagt, Dinge gehen langsam voran und das eine oder andere vielleicht gar nicht.
00:32:22: um einen wirklich nachhaltigen Kulturwandel hervorzubringen braucht es glaube ich bei sehr vielen Menschen auf dem Campus oder auch bei allen Mitgliedern der Universität das Bewusstsein dafür und ein gewisses Engagement wirklich von allen aber auch eine sehr deutliche Positionierung aller Führungsebenen.
00:32:41: also diese beiden Pole müssen da sein, sonst wird das nichts.
00:32:46: Welche Veränderungen wünschen Sie sich denn kurzfristig und welche eher längerfristig?
00:32:51: Also ich hätte zwei Punkte die ich mir kurzfristige wünsche.
00:32:54: Punkt eins wäre es wäre glaube schon viel geholfen wenn die Entscheidungsträger in der Universität sich auch einfach mal an die Gesetze halten.
00:33:03: Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen komisch aber ich habe vorhin das Beispiel der Dekaninnen genannt Und im Hochschulgesetz steht drin, dass in diesem Dreier-Team DekanInnen und zwei ProDekaninnen mindestens eine Frau dabei sein muss.
00:33:16: Das schaffen nicht alle Fakultäten!
00:33:18: Und das ärgert mich, weil es einfach nicht sein kann.
00:33:21: Also das wäre schön wenn das mal umgesetzt wird.
00:33:24: Das zweite was ich mir tatsächlich kurzfristig wünschen würde, wäre, dass man gerade den nebenamtlichen Gleichstellungsbeauftragten in den Fakitäten die das sozusagen Nebenamtlich, ehrenamtlich diese wichtige Arbeit machen.
00:33:37: Nicht so wie ich dafür bezahlt werden sondern nebenamtlich und teilweise auch mit schwierigen Konstellationen für ihre eigene Karriere dass man diesen Kollegen in den Fakultäten mit mehr Wertschätzung entgegen tritt und auch mehr darauf vertraut das die auch wissen was sie tun und wissen was Sie sagen und denen vielleicht auch mal ein bisschen mehr zuhört, so dass das würde ich mir wirklich wünschen.
00:34:00: Weil die machen die wichtige Arbeit dort in der Fläche und bekommen da sehr wenig zurück.
00:34:05: Das wären meine beiden kurzfristigen Wünsche.
00:34:08: Und langfristig?
00:34:09: Langfristig würde ich mich genau das wünscht was sie eben angesprochen haben.
00:34:13: Dass es wirklich einen breit getragenen Kulturwandel geben würde an der Universität weil wir haben jetzt die ganze Zeit über Gleichstellung also Geschlechtergerechtigkeit gesprochen.
00:34:23: aber das ist ja nur ein Teilaspekt.
00:34:25: Es ist zwar der, für den ich zuständig bin Verfassungsauftrag und so weiter.
00:34:29: Aber Kulturwandel bedeutet ja so viel mehr Und dass das sozusagen wirklich ein großer breiter getragener Kulturwandel zu ganz neuen Denkmöglichkeiten und ganz neuen Perspektiven die Perspektive der vielen.
00:34:43: Ich glaube das würde die Universität viel weiter bringen als das wo wir jetzt sind.
00:34:48: Kein leichter Weg, aber das würde ich mir langfristig wünschen und da würde die Geschlechtergerechtigkeit quasi einfach ganz von selber mit sich reichen lassen.
00:34:57: Dann am Ende
00:34:59: was möchten sie studieren oder auch mitarbeiten an der Uni?
00:35:02: Mitblick auf die Gleichstellung...
00:35:06: Ja ich würde gerne allen Mitgliedern und Angehörigen der CAU mitgeben dass Gleichstellung ein Thema ist was wirklich alle angeht.
00:35:15: tun müssen in unserem kleinen Bereich natürlich nur an unserem Umfeld, dass wir kennen und das wir beeinflussen können oder indem wir agieren können.
00:35:23: Dass da wirklich das alle angeht und das alle ein bisschen was dazu beitragen weil wenn es am Ende alles gut umgesetzt ist dann profitieren auch alle davon.
00:35:32: Gleichstellung ist nicht das was die Gleichstellungsbeauftragte machen muss und Gleichstellung is auch nicht das, was nur die Frauen angeht sondern das geht uns wirklich als Gesellschaft an und das würde ich gerne das so ein bisschen... Ja, das würde ich gerne allen mitgehen.
00:35:45: Am Ende unseres Gesprächs lassen wir unsere Gäste immer noch einen Satz vervollständigen.
00:35:50: Ganz kurz sagen Sie doch mal die CHU ist excellent weil...
00:35:55: Die CHU is Excellent Weil es an der CHU in allen Bereichen großartige Frauen gibt, die hier jeden Tag mit Kreativität und Innovationen viel Engagement versuchen ja das Beste zu geben und wirklich Leistung zu zeigen, die nicht immer und überall gut sichtbar sind.
00:36:13: Dann vielen Dank für dieses wunderbare Gespräch.
00:36:16: Ihnen alles Gute Frau Werner!
00:36:18: Ja, vielen Dank auch von meiner Seite.
00:36:20: Danke dass Sie da
00:36:21: waren.
00:36:23: Das war Exzellenz im Fokus.
00:36:26: die CAU auf Kurs zur Spitzenuniversität Ein Podcast der Christian Albrechts Universität zu Kiel in Kooperation mit dem Campus Radio Kiel Moderiert hat.
00:36:36: die heutige Folge Jonas Richter In der Redaktion Aria Avevoa Lina Welts und Maximilian Hofmeister.
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